Sashs Blog

Herzlich willkommen in meinem Blog!

Ich schreibe hier über unterschiedlichste Dinge, deswegen möchte ich allen Interes-senten an einem bestimmten Thema nahelegen, sich in diesem Fall ein Stückchen unter diesem Text die betreffende Kategorie anzeigen zu lassen. Wer dies unterlässt, muss auch den ganzen anderen Mist lesen...

PS: Ihr könnt gerne auch ältere Beiträge kommentieren, denn ich bekomme so oder so eine eMail!

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  • : Linker Spinner mit wenig Geld und einem Hang zum Zynismus. Dennoch lebensfroh und gutmütig. Ist das hier ne Kontaktanzeige? :)

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Ebenso wie die Überschrift kurz ist, sind es nun auch meine Haare wieder. Gesunder Status für mein derzeitiges Empfinden: Bart am Kinn länger als Haare auf dem Kopf. Ozie war so gnädig, und hat mir diese heute geschoren, damit ich auf meine Kunden wenigstens nicht den allerschlimmsten Eindruck mache. Ich glaube, ich muss mir noch ein vertrauenserweckendes Lächeln zulegen, da ich irgendwie die Befürchtung habe, der erste Eindruck von meiner Person täuscht und wird nicht zwingend sehr sympathisch bewertet.

Im Grunde glaube ich schon, dass mein Aussehen stark dazu beigetragen hat, dass ich das letzte Jahrzehnt nur einen einzigen böse gemeinten Schlag habe einstecken müssen. Und das war einer Seitens der Polizei, die brauchen da auch nicht so viel Angst zu haben.

Ich hab schonmal erwähnt, dass ich mit 2,03 Metern Größe eine recht imposante Erscheinung bin. Die 50 kg Übergewicht verteilen sich zwar unter der Kleidung "relativ gut", aber sie tragen natürlich auch dazu bei, dass ich nicht wirklich als harmloser Hänfling wirke. Das Übrige tut dann der Bart. Meinen Musikgeschmack erkennt man sofort, auch wenn meine Haare nicht mehr wie vor anderthalb Jahren irgendwas um die 50 cm + x lang sind.

Wenn man von einem bedauernswerten Zwischenfall während meiner Studienfahrt nach Prag absieht, dann kann ich auch behaupten, dass noch keiner schreiend weggerannt ist, als er mich gesehen hat. Aber vom freundlichen Philosophie-Studenten oder dem behäbigen türkischen Opa bin ich einfach weit entfernt. Nur so, um jetzt mal ein paar Klischees über Taxler zu bedienen.

Naja, es wissen ja nicht alle Kunden, dass sie das Taxi am Stand frei wählen dürfen ;) Ich bin jedenfalls wieder zufrieden mit mir. Recht so!


Nachtrag: Ich habe eben festgestellt, dass das klingt, als würde ich Glatze tragen. Dem ist nicht so. Meine Haarlänge beträgt etwa 5, vielleicht auch 6 cm.

Freitag, 28. november 2008
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Ich habe gerade mal wieder ein paar Minuten im Netz verbracht, und - zack! - sehe ich schon, dass sich einiges mitunter witziges getan hat in der Welt. Der DFB-Präsident Theo Zwanziger scheint sich bei seinem Streit mit dem Sportjournalisten Jens Weinreich nun endgültig zum Löffel zu machen, und in Indien ist wohl die Hölle los. Dabei wollte ich eigentlich nur schreiben, das ich heute ein neues Konto eröffnet habe...

Ich hoffe mal, dass mir das nicht als Pietätlosigkeit ausgelegt wird. Ich habe heute Morgen die Sparkasse um die Ecke aufgesucht, um ein Konto zu eröffnen. Sollte keine große Sache werden, da ich wusste, was ich will und auch keine negativen Schufa-Einträge oder dergleichen habe.

Dann erfuhr ich aber alsbald, dass davor natürlich ein Finanz-Check nötig sei - nicht wegen mir, sondern natürlich nur, um den Service mir gegenüber zu verbessern. Mir soll es egal sein, aber man fragt sich wirklich, welchen Service die mit dem Wissen über irgendwelche geplanten Anschaffungen bieten wollen, nachdem ich gesagt habe, dass ich genug andere Konten und Banken habe, und sie sich mal keine Sorgen machen müssen. Ich habe sogar offen gesagt, was ich dachte: "Ich hab nur Interesse an einem Konto bei ihnen, weil ich demnächst als Taxifahrer arbeiten werde, und während der Nachtschicht die Automaten zur Einzahlung nutzen möchte - die sonst keine Bank anbietet. Ansonsten: Günstig, Online-Banking, fertig!"

Naja, ich kann damit leben, wie es gelaufen ist. Immerhin habe ich es einmal geschafft, ihn zum Lachen zu bringen, was bei Bankern nicht immer leicht ist. Als er mich nämlich fragte, ob ich über die 800€ Zinsen auf einem Sparkonto komme, habe ich geantwortet: "Nicht mal an Einlagen!"

Naja, lange Rede, wenig Sinn: Ich hab ein neues Konto, einen Handyvertrag, und wenn Onkel Achmed demnächst den gefälschten Ausweis schickt, geht's ab in die USA... ok, letzteres war ein Scherz :)

Ach ja, wieso eigentlich scharf? Gegen Ende des Gesprächs: "Brauchen sie eigentlich noch einen Gewürzstreuer in ihrer Wohnung?" Da musste ich dann allerdings lachen. Auf meine Frage, was dieses Werbegeschenk noch mit einer Bank zu tun habe, konnte er immerhin professionell auf die Vielseitigkeit des Streuers (immerhin 6 Gewürze) verweisen. Na gut, er hat gewonnen!

Donnerstag, 27. november 2008
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Dies wäre der Titel, wenn es einen Film über mein Immunsystem geben würde. Inzwischen ist es über eine Woche her, dass Nico das erste Mal fluchte, er sei krank. Kurz darauf hat es auch Ozie flachgelegt. Ausgerechnet im Urlaub. Mit viel Optimismus habe ich mich noch mit ganz wenig Taschentuch-Benutzung über die Prüfung und meinen Geburtstag retten können. Zur Zeit allerdings fühle ich mich zwar nicht sonderlich schlecht, aber mein Rachen hat heute begonnen, verflucht weh zu tun - wie bei den anderen beiden.
Als aufgeklärter Mensch ist mir erstens klar, dass es keine Grippe ist und zweitens, dass eine Erkältung ohne Medikamente 2 Wochen dauert, und mit nur 14 Tage. Ich futter mich trotzdem durch den inzwischen angelegten Vorrat an Rotz- und Schmerz-Befreiern. Ausgerechnet übermorgen hab ich nämlich wirklich viel vor. Ich habe einen Termin bei meiner Bank, ich will meinen P-Schein abholen, und mein zukünftiger Chef hat auch schon verlauten lassen, dass wir einiges zu besprechen hätten und so wurde dieser Termin ebenfalls auf Montag gelegt...
Am Mittwoch kommt dann noch der Funkschein... Alles in allem nicht der beste Zeitpunkt, krank zu werden - aber wann ist der denn? Ich hoffe, dass ich die Woche gut überstehe. Dann ist vielleicht sogar noch eine fürs Darniederliegen drin...
ABER NICHT JETZT!
Samstag, 15. november 2008
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Der neunte Oktober 2008 ist nun vorbei. Damit ist nicht nur meine Beziehung ein rundes Jahr älter, der legendäre Party-Kater ein rundes Jahr länger her - ich bin nun auch schon seit genau einem Jahr in Berlin. Seit einem Jahr lebe ich nicht mehr in meiner Heimatstadt, und außer einem einzigen (sehr schönen) Abend hat es nicht einmal für Besuche dort gereicht. Ich finde, ein Jahr ist ein schöner Zeitraum, ein erstes Fazit zu ziehen. Ich teile es in ein paar Unterkategorien ein, damit es leichter lesbar ist.

Die Stadt an sich
Berlin ist im Vergleich zu Stuttgart erdrückend groß. In gleichem Maße ist es stellenweise extrem hässlich - an anderen Ecken jedoch auch extrem schön. Wenn ich sagen würde, ich habe schon viel von Berlin gesehen, dann würde ich lügen. Aber nicht zuletzt wegen meines Lernens hat die Stadt schnell an Bedrohlichkeit eingebüßt. Ich lebe inzwischen gerne in Berlin, ich fühle mich hier tatsächlich zu Hause. inzwischen wirkt die Stadt durch meine Stadtplankenntnisse fast schon überschaubar für mich - was natürlich noch ein paar Jahrzehnte (so dieses Kapitel so lange dauert) eine Illusion sein wird.

Die Wohnung
In einen Marzahner Plattenbau sind wir gezogen - aus einem zweihundert Jahre alten Bau im gemütlichen Stuttgarter Osten. Vom Regen in die Traufe? Mitnichten. Die alte Wohnung war realistisch betrachtet eine Bruchbude - so sehr wir sie auch geliebt haben. Hier haben wir mehr gerade Wände, mehr Stauraum, mehr Platz pro Person, die Dusche ist durchgehend warm, und durch die vielen Möglichkeiten um uns herum haben wir uns sogar den ein oder anderen Einrichtungsluxus erlaubt, den wir bis dato nicht hatten. Im Gegenzug dazu sind die Kosten pro Person um gute 50 Euro gesunken, die Einkaufslage hat sich enorm verbessert, und bei Umzügen aller Art oder einem gebrochenen Bein weiss man sogar den Aufzug zu schätzen. Die Energiebilanz hat sich ebenfalls verbessert, und die einzigen Nachteile der neuen Wohnung und ihrer Lage sind schnell genannt:
  • Man braucht einen Schlagbohrer, auch wenn man nur ein Bild aufhängen will
  • In die "City" brauchen wir nun 30 statt 15 Minuten (dafür muss man das eigentlich nie)
  • Der Bau ist hellhörig (dafür beschwert sich aber auch niemand)
  • Keine Kneipe, die zur Stammkneipe taugt, liegt in Torkelweite
  • Die Leute gucken skeptisch, wenn man Marzahn als Wohnort angibt
Die WG
Die Wohngemeinschaft selbst hat sich am meisten gewandelt. Statt fünf Leuten sind es nun nur noch drei. Planmäßig. De facto im Moment noch vier. Das Zerwürfnis mit Ralf hat in so kleiner Runde natürlich tiefere Furchen gerissen als das in einer großen WG der Fall ist, aber ab nächstem Monat wird es stimmungsmäßig dann auch wieder top sein. Grundsätzlich gestaltet sich das Leben in einer kleineren WG der Absprachen wegen einfacher. Auf den häufigen Besuch müssen wir natürlich inzwischen verzichten, da der Freundeskreis sich zumeist noch im Süden befindet. Dafür ist der Besuch, wenn er hier ist, auch gleich längere Zeit anwesend.

Beziehung
Das gestrige Jubiläum hieß nicht nur "drei Jahre Beziehung", sondern voll ausgeschrieben "drei Jahre Beziehung ohne irgendwas, was ein normaler Mensch als Streit bezeichnen würde". Mehr muss ich wohl nicht dazu sagen!

Freunde
Glücklicherweise nicht der Totalausfall, den ich befürchtet hatte. Ich bin zuversichtlich, trotz meiner Unfähigkeit, mich zu melden, all die Leute, die ich Freunde nenne, nach bisweilen monatelanger Funkstille dennoch in den Arm nehmen zu können, als wäre es erst letzte Woche gewesen, dass man sich gesehen hat. Erste Ergebnisse scheinen positiv zu sein :)

Familie
Die ist dank meiner Mutter (Cuxhaven) inzwischen weitläufig zerstreut, und bis auf gelegentliche Abende mit meinem Bruder fehlt mir nicht viel. Ich denke, in der Familie bei mir herrscht Einigkeit darüber, dass man sich nicht jede Woche sehen muss, und es dann um so schöner ist. Ansonsten wohnt Ozies Familie größtenteils in der Gegend, an den entsprechenden Feiern mangelt es also nicht...

Arbeit
Beschissen! Muss ich so sagen. Bis auf eine Besichtigung eines asozialen Arbeitsplatzes und einer einwöchigen Schnupperwoche im Kurs "Wie beute ich mit Zeitarbeit auf möglichst idiotische Art Arbeiter aus" bin ich hier zu noch nichts gekommen. Seit mehr als einem halben Jahr lerne ich auf die Ortskundeprüfung, und ich hoffe, dass das bald ein Ende haben wird. Ich freue mich nämlich tierisch auf meine neue Arbeit als Taxifahrer. Aber bislang hangel ich mich von allen Seiten gestützt durchs Leben. Ich bin zwar grundsätzlich froh, dass mir das so reibungsfrei möglich ist, aber für einen Menschen, der sich drei Wochen lang psychisch darauf vorbereiten muss, seinen Vater anzuschnorren und Amtsbesuche hasst, ist das einfach kein Leben. Zumal ich natürlich ein paar Euro mehr gebrauchen könnte...

Sonstiges
Immerhin habe ich es dadurch geschafft, endlich mal einen Blog vernünftig ausdauernd zu führen, und das wird sich so schnell nicht wieder erledigen - da bin ich optimistisch. Wenn ich bedenke, dass ich nach meiner Prüfung einen Job sicher habe, mit dem ich mein Leben finanzieren kann, und der mir Spass macht, dann muss mein persönliches Fazit doch lauten, dass ich zufrieden bin. Ja, eigentlich sogar glücklich. Ich habe ein zwar kleines, aber bald wieder intaktes soziales Umfeld, eine liebenswerte Freundin, mit der ich mir problemlos ein ganzes Leben vorstellen kann und bin in absehbarer Zukunft auch finanziell wieder "obenauf". Alles, was ich selbst beeinflussen kann, sieht eigentlich bestens aus. Zumindest für mein Gefühl. Insofern bereue ich es kein bisschen, nach Berlin gezogen zu sein - und das alles, ohne darauf rumzuhacken, wie spießig Stuttgart ist, oder wie toll die Kneipen hier in der "coolsten Hauptstadt der Welt" sind. Und das ist doch viel wert.
Freitag, 10. oktober 2008
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Ja, auch wenn ich ewig prickelndund frisch zu schreiben scheine, so kann ich doch nicht leugnen, in der Zwischenzeit ein gewisses Alter erreicht zu haben. Nicht einmal mehr anderthalb Monate, und ich erreiche mit 27 ein Alter, bei dem sich schon streiten lässt, ob es Mitte oder Ende 20 ist. Mir persönlich sind solche Haarspaltereien egal, es ist eher eine Hommage an Ozie, dass ich behaupte, ich wäre dann immer noch Mitte 20. Denn wem würde es nicht Sorge bereiten, wenn man selbst die 20 gerade erst hinter sich gelassen hat, und der Freund schon ein beträchtliches Alter von fast 30 aufweist. Um also meine Freundin nicht zum Fremdgehen zu ermutigen, bleiben wir doch besser dabei, dass ich Mitte 20 bin. Entfernt zu diesem Thema hat (ich habe es schon irgendwann einmal geschrieben) Leinis Mutter einmal gesagt, dass Männer nie aus der Pubertät herauskommen. Das scheint zu stimmen, denn irgendwie habe ich immer noch nicht das Gefühl, wirklich erwachsen zu sein. Oder um es praxisnäher zu formulieren: Wenn ich gewusst hätte, das Erwachsene sich so fühlen und benehmen, dann hätte ich wahrscheinlich schon mit 8 Jahren den Gehorsam verweigert.
Es ist komisch, in so einem Moment geradezu zu spüren, wie mein Vater sich beim Lesen dieser Zeile den Schweiß von der Stirn wischt und sich denkt: "War auch so früh genug..." :)
Aber gut: Geburtstag! Am 12. November ist es dann so weit, und da ich überzeugt bin, dass hier nur mir wohlgesonnene Menschen lesen, kann ich ja mal ganz unverbindlich meine Wunschliste für dieses Jahr online stellen. Die Wünsche sind nicht nach Wichtigkeit oder Wert sortiert.
  • Eine Grafikkarte, die nicht unter Garantie den Feuertod sterben wird, nur weil ich zu lange im Internet surfe
  • Der Personenbeförderungsschein (also falls die Prüfer mitlesen: 22. Oktober! Bittöööööö!)
  • Dieses sackteure Schoko-Chili-Eis, das ich nicht ohne schlechtes Gewissen kaufen kann
  • Ein Eck-Schlaf-Sofa fürs neue Wohnzimmer (gerne auch gebraucht!) inklusive Lieferung
  • Ein Handbuch zu Ubuntu, das von "was ist Ubuntu eigentlich?" bis "Wie kann ich mein System darauf trainieren, den Hund der Nachbarn meiner Mutter in 500 km Entfernung Stromstöße durch die Hoden jagen, wenn er ein hohes C singt ohne zusätzliche Hardware zu installieren?" reicht
  • 100 Kommentare im Blog an meinem Geburtstag
  • Eine Hunderterpackung billige Haushaltskerzen für die Atmosphäre
  • Ein Kasten Berliner Pilsener
  • Eine Möglichkeit, hier im Blog Umfragen zu veröffentlichen
  • Wenigstens eine einzige frische Chili-Schote der Sorte Jolokia
  • Das neue Metallica-Album
  • Eine funktionierende Idee, wie ich meinen Bruder mal nach Berlin locken könnte
  • DAS WG-Video (Alex, you know what I mean!)
  • Eine Flatrate für einen Baumarkt
Aber wisst ihr, was? Das sind neben einer veränderten Welt und ein paar Euro extra wirklich alle Dinge, die mir binnen einer halben Stunde eingefallen sind. Und das lässt eigentlich nur einen Schluss zu: Mir geht es verdammt gut!
Donnerstag, 2. oktober 2008
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Es gibt manches mal Träume, die einen verwundern, noch ehe man aufwacht. So ging es mir in den Morgenstunden heute. Ich habe in meinem Traum einen sehr ausführlichen Rundgang durch ein neues und völlig revolutionäres - ja! - Klo erlebt. Irgendwas völlig absurdes, inklusive digitaler Revolution in Form von holografischen News direkt auf dem Pott. Es war fast schon ernüchternd, beim Aufwachen festzustellen, dass ich einfach dringend pinkeln musste. Da soll nochmal jemand behaupten, Körper und Psyche arbeiten nicht zusammen...
Sonntag, 14. september 2008
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Sorry, ich komme leider nicht umhin, einmal mehr meinen unfreiwillig vollzogenen Betriebssystem-Wechsel zu kommentieren.
Nochmal zur Erinnerung:
Vor vier Tagen habe ich mir einen ekligen Virus eingefangen, der mein System dermaßen lahmgelegt hat, dass ich nicht dazu kam, irgendwas am Rechner zu machen, da er sich selbst nach wenigen Sekunden Windows ausgeschaltet hat. Und ich meine ausgeschaltet, nicht heruntergefahren. Ich bin sicher nicht der blödeste Computernutzer, dennoch hat es mich erwischt. Naja, ohne Firewall ausser dem Router darf einem sowas passieren. Ich hab's verdient, ich gebe es ja zu.
Als Maßnahme, die eigentlich zunächst zur Rettung von Windows gedacht war, habe ich mir das neue ubuntu-Linux 8.04 Hardy Heron heruntergeladen und von CD aus erstmal weitergebloggt ;)
Das Problem war, dass ich offenbar einen weiteren Virus, einen Bootvirus namens Antiexe auf der Festplatte habe, der wohl mit ein Grund dafür ist, dass Windows sich bis jetzt hartnäckig geweigert hat, auch nur das Setup zum Laufen zu kriegen.
Immer noch aus der Not heraus habe ich ubuntu installiert. Im Gegensatz zum Redmonder Kollegen hat sich das als problemlos erwiesen. Naja, mehr oder weniger - schliesslich musste ich mich erst einmal damit auseinandersetzen, wie man Linux-Platten partitioniert, bzw. formatiert. Ich war ja ein ewig verwöhnter Windows-Nutzer seit Ewigkeiten. Wirklich groß geworden (pc-mäßig) bin ich im Jahr 2000 mit meinem ersten PC und Windows 98. Dieses Betriebssystem habe ich vier Jahre nahezu studiert und kannte eigentlich jeden nur erdenklichen Kniff, den man kennen kann, wenn man von Programmierung keine Ahnung hat und nicht einmal ins Netz der Netze kommt.
Dennoch war Win98 für mich ein permanenter Absturzkandidat. Ich hab die Startdiskette öfter benutzt als manche Leute ihre Lieblings-CD im Player angehört haben. Alle 2 Monate unübertrieben war eine komplette Neuinstallation zur Systementschlackung angesagt. Aber irgendwie hab ich das geliebt.
Auf XP bin ich dann spät (2004? 2005?) gewechselt, als ich mir ein neues Mainboard zugelegt habe und ich in der WG bereits festgestellt habe, dass ein funktionierendes Netzwerk mit XP leichter zu installieren und vor allem aufrecht zu erhalten ist. XP hatte dann den Nachteil, dass es einfach nicht abstürzen wollte. Trotz quadrierter Ahnungslosigkeit (das Ding hat auf einmal alles selbst eingestellt) und Dummheit (Virenscanner? Firewall? Wozu?) habe ich dieses System nahezu problemlos bis vor vier Tagen - inzwischen mit Virenscanner - am Laufen halten... können. Es lief einfach. Bisweilen monatelang ohne Ruhepause. Das Chaos auf dem Rechner kann nur nachvollziehen, wer unsere WG-Küche in den Anfangstagen mal gesehen hat. So zugemüllt war auch mein PC.
Und jetzt habe ich auf einmal ubuntu installiert und bin zunächst auch überrascht worden, denn dieses System macht noch viel mehr selbst als WinXP. Das aufgeblähte Windows bietet mir auch nicht mehr als diese gut gepackte CD, die ich da vor ein paar Tagen installiert habe. Mein positiver Eindruck will einfach nicht abreissen, wenngleich ich mich immer noch ein wenig über die Installationsroutine unter Linux wundere - aber das muss wohl dazugehören.
Das einzige, was zu Beginn mehr als nur unschön war, war die Internet-Geschwindigkeit, aber die Lösung war so einfach wie schwer zu finden: Bei jedem Neustart stellt ubuntu als zweiten DNS-Server den Router ein statt des entsprechenden Arcor-Servers. Das fixe ich zwar gerade noch nach jedem Neustart von Hand, aber das ist auch das einzige, was mir negativ aufgefallen wäre.
Nun kam es am gestrigen Tag zum schönen Ereignis:
Ozie hat sich ebenfalls dazu durchgerungen, ihr System neu zu installieren. Dabei ergab sich dann das erhoffte Ergebnis: Sie kann Die Sims 2 jetzt auch auf ihrem Rechner spielen. Das heisst: Vorerst brauche ich dafür kein Windows zu installieren, und wahrscheinlich lasse ich es deswegen ganz. Natürlich werde ich mich auf die Suche nach Emulatoren machen, um gelegentlich auch mal Win-Software nutzen zu können - aber gerade sehe ich dazu keine Notwendigkeit.
Es ist ein bisschen, wie einen neuen PC geschenkt zu bekommen: Man kann alles neu entdecken und probieren. Ich fühle mich ein bisschen in meine Anfangszeit mit eigenem Computer zurückversetzt... und das ist schön!
Vom jetztigen Standpunkt kann ich nur sagen, dass ich den Wechsel zu Linux wohl viel zu lange aus Bequemlichkeit verweigert habe. Aber ich möchte dennoch - alle anderen Linken bitte die Ohren zuhalten! - sagen, dass ich mit WinXP nie ernstlich unzufrieden war. Die Politik, die Microsoft mit ihrem Monopol machen, ist scheiße. Die Unfähigkeit, auf Sicherheit den nötigen Wert zu legen, ist armseelig. Aber vom Prinzip her sind die Betriebssysteme nicht grundlegend nur schlecht.
Naja, aber Vista hab ich bei meiner Mutter probiert - auf einem Laptop mit 512 MB RAM... nettes Design, aber ich wollte es nicht haben.
Und was die Nachfolger angeht: Ich kann mich auch von Bill Gates adoptieren lassen, dann kann er auch auf mich aufpassen und für mich lohnt sich das dann sicher auch finanziell - aber mein Betriebssystem soll mir bitte wenigstens die Wahl lassen, ob ich fragwürdige Inhalte sehen will. Denken kann ich noch alleine!
Naja, ein Gruß zu später Stunde an all die fleißigen Schreiber beim ubuntu-Wiki und im Forum, die einem den Umstieg echt vereinfachen. Danke!
So, ich weiss, das wollte keiner lesen, aber da ich gerade so viel Zeit damit verbringe, musste ich nochmal was dazu schreiben.
Donnerstag, 4. september 2008
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sind nicht Schall und Rauch,
sondern unser Leben
so wie wache Stunden auch.

(Georg Kreisler: Barbara)

Dann frag ich mich aber ernsthaft, in was für einer Paralleldimension meines Lebens zwei Freunde einem Mafia-Boss helfen, mich zu fangen um mich zu töten, nachdem sie mich quer durch ein undurchsichtiges Bahnhofsgelände verfolgt haben. Was lernen wir aus solchen Träumen? Mein Unterbewusstsein hält mich wohl für eine bedrohte Spezies... na klasse!
Donnerstag, 28. august 2008
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Der Sash hat nach wie vor ein Talent zu überraschen.. Dass die letzte Kinderfreizeit meinerseits vor 3 Jahren durch einen eingeklemmten Nerv recht... äh ja... nervig war, hielt ich bis dato für eine der blödesten Möglichkeiten, sich die schönste Zeit des Jahres zu versauen. Die Spanienfreizeit hat mich eines besseren belehrt. Ein (langer) Rückblick auf die Geschehnisse:

Angefangen hat für mich alles mit einer nahezu akribischen Vorbereitung, die bis auf die Hinfahrt fast alles einschloss. Die Fahrt sollte eine Weile offenbleiben, ebenso wie meine Übernachtung in Stuttgart. Man könnte sagen, ich wartete das beste Angebot ab, aber es war wohl eher eine Entscheidungsschwäche und Faulheit. Glücklicherweise ergab es sich dann, dass ich mit Anni und Goran eine Möglichkeit fand, kostengünstig in meine Heimatstadt zu cruisen. Selbst einen Mitfahrer haben wir noch gefunden. So musste ich also keine Mitfahrgelegenheit mehr suchen, sondern wir konnten sogar noch eine anbieten. Statt wie geplant um 22.15 Uhr sind wir dann allerdings erst gegen 22.45 Uhr aus dem Haus gekommen, was uns ein wenig unter Zeitdruck brachte, da wir um 23 Uhr am Hauptbahnhof sein mussten. Naja, unsere Verspätung wäre mit dem "akademischen Viertel" unzureichend überschrieben, war allerdings unproblematisch. Das traf auch auf den Mitreisenden zu, der sich begeistert zeigte vom vielen Platz und dann meistens schlief. Innerhalb Berlins habe ich die Heidenheimer Kiste noch gut gelenkt, der Rest der Strecke lag dann in Gorans Hand.
Für bekloppt gehalten muss unser Mitfahrer uns dennoch haben, spätestens als wir mitten in der Nacht auf einem Parkplatz standen, dem wir - für Außenstehende schwer begreifbar - huldigen mussten, weil er in Zella-Mehlis ("Zeeeehla-Meeeehliss") liegt. Dennoch war er kooperativ und schlief weiter.
Mein vorläufiges Reiseziel Stuttgart erreichten wir ziemlich genau um 6.00 Uhr morgens bei schönstem Wetter.
Vom Stuttgarter Hauptbahnhof aus bin ich dann im Versuch, die Zeit zu vertreiben bis zum Schloßplatz gelatscht, habe dann allerdings festgestellt, dass meine Tasche auf Dauer doch recht schwer ist.
Aus Mangel an Alternativen zu dieser unchristlichen und noch viel unatheistischeren Zeit hatte ich da schon längst beschlossen, mal wieder bei Tula reinzuschneien. Als Überraschung taugen alte Stammgäste, die inzwischen 650 km weit weg wohnen offenbar schon, wenn man morgens vor der Kneipe auf Einlass wartet. Tula hat sich gefreut. Ich mich auch. Drei Cola hab ich in den knapp zwei Stunden getrunken, in denen ich mir mit einem nicht verschwinden wollenden Grinsen angehört habe, dass der Herr Lufthansa ja bald zwei Tage frei hat und wie toll das doch alles ist, wenngleich ihn seine Arbeit ja eigentlich ankotzt (Depp!). Ich erfreute mich an der Aussicht, in 30 Stunden am Mittelmeer zu liegen.
Kurz nach 9.00 Uhr habe ich mich dann auf den Weg gen Backnang gemacht. Ja, ich war ungeduldig, aber das sollte so schlecht gar nicht sein. Zunächst habe ich am Hauptbahnhof völlig vergeblich nach einem Schreibblock gefahndet, um dann folgendes mitzubekommen: Just an diesem Morgen, ja in diesen Minuten hatte ausgerechnet die S3 Richtung Backnang das, was laut Bahnjargon "Personenunfall" heisst, und mit Sicherheit jemand anders den Morgen mehr versaut hat als mir.
Als ich feststellte, dass da so schnell nichts mehr geht, habe ich mich wie in alter Gewohnheit aus dem Staub gemacht, als die Cops aufgetaucht sind. Der Bahnhof versank damit in dem Chaos, in dem er immer versinkt, wenn die S-Bahnen mal oberirdisch fahren. Ach, was habe ich Stuttgart und sein Verkehrschaos vermisst! Mir gab das Ganze die Chance, über den RE nachzudenken, und der fuhr auch tatsächlich bereits 10 Minuten später. Damit war ich etwa zu dem Zeitpunkt in Backnang, zu dem auch meine S-Bahn eingetroffen wäre.
Am Treffpunkt kam ich eine halbe Stunde zu früh an, und war damit eine Ausnahme. Der quasi erste Morgen im Team war geprägt von kleinen bis mittelschweren Katastrophen, weil jeder noch wichtige Dinge zu erledigen hatte. Mal waren es wichtige Telefonate mit der Bank, mal eine Uni-Einschreibung, mal Arbeit grundsätzlich, mal Erledigungen für die Freizeit selber oder im extremsten Fall noch das Waschen sämtlicher Klamotten weil es am Abend vorher spät war.
Eine komplette Ausnahme stellte aber auch ich nicht dar, hatte ich doch so etwas unwesentliches wie das Geschirr vergessen. "Glücklicherweise" muss man sagen, wenn man sich hier in der WG den aktuellen Bestand außerhalb von Ralfs Zimmer ansieht. An dieser Stelle muss ich wohl Ellen, Mandy und dem Kreishaus danken: Ohne euch hätte ich in Spanien vom Boden essen müssen!
Aber selbst unser kleines Sit-in beim örtlichen Bäcker musste nicht ausfallen, insgesamt war die Organisation der letzten Stunden also chaotisch aber sehr erfolgreich. Dann kam also irgendwann der inzwischen fast als plötzlich auftauchend empfundene Termin zur Abfahrt zum Bahnhof, und dort kam es zur nächsten Überraschung: ALLE Kids waren pünktlichst da! Das sollte ein Vorgeschmack auf deren Bravheit während der ersten Freizeittage werden.
Der Bus hatte eine eigentlich minimale Verspätung, und während des Einladens des Gepäcks gab es die ersten spannungs- und spaßvollen Interaktionen mit Alfred und seinem Kollegen, unseren Busfahrern. Unser Gepäck war deutlich zu umfangreich, und es hätte auch kein bisschen gewundert, wenn wir etwas hätten dalassen müssen. In diesem Kontext erfuhren wir dann von der besonderen Kuriosität dieser Fahrt. Dass wir nicht die einzige Gruppe waren, war nicht überraschend. Dass wir die andere in Ulm abholten, etwas mehr.
So kam es, dass wir kurz nach 15 Uhr in Backnang abreisten, Deutschland aber erst um 22.07 Uhr hinter uns ließen. Mit dafür verantwortlich waren allerdings auch die zahlreichen Pausen, die die Fahrer einlegten, unter anderem eine große auf einem Rastplatz, kinderfreundlich mit McDonalds. Die Pausen waren so gelegt, dass selbst ich als Raucher mich nicht groß beschweren konnte. Und das will was heissen.

Dann war es eine Mehrheitsentscheidung der Kids (noch dazu eine unblutige), nachts während der Fahrt "Das Parfum" anzuschauen. Verwunderlich ist das nur insofern, als die Alternativen "Spiderman 3" und "Der DaVinci-Code" hiessen. So kam also der Sash auch noch ein bisschen in den Genuss von Kultur, denn ich fand die Verfilmung eigentlich hervorragend.
Die Nachtstunden im Bus waren geprägt von Schläfrigkeit, die aber meist nur mehrere Minuten am Stück zu handfestem Schlaf wurde, da die Bequemlichkeit beizeiten doch unter der Enge litt. Dabei kann ich selbst mich noch am wenigsten beschweren, hatte ich doch als einziger einen Doppelplatz, was der Tatsache geschuldet war, dass die Fahrer ihn sich reserviert hatten und ihn nie brauchten.
Am frühen Morgen des Dienstags überquerten wir die spanische Grenze und um 9.30 Uhr etwa kamen wir auf unserem Campingplatz Nautic Almata an. Der Platz ist riesig und notgedrungen zweckmäßig eingerichtet, aber in Punkto Atmosphäre und Sauberkeit erste Klasse. Ebenso einen dicken Pluspunkt in meiner Wertung hat die Organisation von
yoyage Reisen verdient, die da unten mit beispiellosem Einsatz und motivierten Leuten ein Wahnsinns-Programm auf die Beine stellen. Ich war immer skeptisch solchen Anbietern gegenüber, aber das dort vor Ort hat mich echt überzeugt. Vielleicht ein Glücksgriff, vielleicht auch nicht.
Der Anfang des Dienstags verflog nur so mit Zelteinrichten und natürlich auch mit dem mehrfachen Verlesen der Platzordnung und dergleichen.
Dann sind wir zum Strand und haben die ersten Gruppenspielchen zum Kennenlernen und Spaß haben initiiert. Zunächst das Planetenspiel als Mittel, sich Namen zu merken und dann eine Runde "British Bulldog". Dies ist eine sehr rabiate, aber zugleich ungeheuer spaßige Variante von "Wer hat Angst vorm schwarzen Mann?", bei der nur der als gefangen gilt, der vom Boden hochgehoben wird. Wie immer dauerte es eine Weile, bis man sich auch an mich herangetraut hatte, doch dann hatte ich leider keine Chance. Fünf Leute haben es letztlich geschafft, mich zu erwischen. Bei meinem ersten Einsatz als Fänger ist es dann passiert.
Als ich jemandem hinterherannte und einem Haken seinerseits folgen wollte, zwang mich eine kleine Sandaufschüttung zu einem unbeabsichtigten Bremsmanöver. Kurz: Mein Bein stoppte aprupt, ohne dass ich es wollte, und mein komplettes Kampfgewicht plus die Bewegungsenergie aus einem ausreichenden Anlauf stürzten nun auf mein linkes Bein ein, bogen es bis zum Anschlag durch und mit einem für Außenstehende sicher sehr komischen Gesichtsausdruck bin ich vor Schmerzen fluchend zu Boden gegangen. Mein erster Gedanke war: "Scheiße, das Bein ist durch!" Ich weiss nicht warum, ich kann es nicht sagen, aber Anzeichen wie hervorstehende Knochen oder dergleichen fehlten. Nur dieser fiese fast unaushaltbare Schmerz...
Ich hab mich ein wenig am Boden gewunden und den anderen gesagt, sie sollen erstmal weiterspielen - was sie auch taten, wenngleich die Runde nicht mehr lange dauerte. Ellen war bemüht, mir beim Aufstehen zu helfen, ich wies das Angebot, gestützt zu werden, ihretwegen ab. Nach wenigen Schritten bemerkte ich dann, dass mein Bein seine bisherige Stabilität auf Kniehöhe stark verringert hatte, und das hat zur Folge, dass es schmerzhaft nach vorne einknickte, wenn ich es streckte und belastete. Ein besonders ekliges Gefühl. Mal ganz davon abgesehen, dass es einen bitterst auf die Schnauze hauen kann.
Endlos lange 100 Meter hab ich mich an der Seite von Ellen vom Strand bis zur Straße gekämpft und dort auf Hilfe gewartet, die meine mich betreffend leiderprobte Mitteamerin organisieren wollte.
Kurz darauf kam dann Karo (oder Cora?) von voyage und hat mich zu Maria gefahren. Zweimal genau genommen, da beim ersten Mal noch zu war. Maria ist die Ärztin am Platz, gefühlte 100 Jahre alt, aber furchtbar nett. Was ich genau hatte, wusste sie nicht, sie tippte auf den Meniskus, massierte mir minutenlang Schmerzgel ein und verpasste mir eine Schiene fürs Bein. Am nächsten Tag (Dienstag) sollte ich mich wieder bei ihr melden.
Der Abend war schmerzlich bis erträglich, von den meisten Aktivitäten musste ich mich aber notgedrungen fernhalten.
Nach der abendlichen Relflektionsrunde vor dem Waschhaus kam dann allerdings die schlimmste Zeit: Die Stunden bis zum Einschlafen. In meiner geminderten Beweglichkeit habe ich meine Matratze auf den Boden schmeissen dürfen, sie beziehen, mich dort hinaufwuchten und mich mit Mücken herumärgern. Bis in die späten Morgenstunden wurde ich vom Surren und zudem von abwechselndem Schmerz und Juckreiz wachgehalten.
Beim Aufstehen habe ich dann feststellen dürfen, dass es mir mit Schiene nicht möglich ist. Folglich habe ich sie abgenommen, was zu akuten Schmerzzuständen geführt hat. Von der Freizeit selbst habe ich ab da nicht allzu viel mitbekommen, mein Bein war leider in den Vordergrund gerückt. Der Entschluss, einen anderen Arzt aufzusuchen wurde gemacht, und so fand ich mich nebst einem nörgelnden Matze (der weder Arztpraxen mag, noch gerne das Autofahren übernommen hat) in Roses wieder, wo ein deutscher Arzt meine Gliedmaßen begutachtet hat. Nach einer erstaunlich kurzen und dennoch umfassenden Untersuchung ("Tut das weh?" "Nein!" "Schade...") lag ich mit einem zu knappen Bleischurz auf einer zu kurzen Liege unter einem Röntgengerät und ließ mich verstrahlen.
Ergebnis: Gebrochenes Wadenbein.
Für mich war die Diagnose weder überraschend noch begeisternd, ich war aber zugegeben froh zu wissen, was es ist. Dass die Freizeit damit gelaufen ist, war mir allerdings schmerzlichst bewusst. Für mich als Deutschen war es faszinierend, meinen Arzt zu beobachten, wie er mit seinem Orthopäden-Kunden feilschte, und meine neue (echt geile) Stütze von 270 € auf 200 runtergehandelt hat.
Ja, wie das mit den Finanzen jetzt noch aussieht, dass muss ich eh mal sehen. Denn es läuft wohl nicht alles über meine Krankenkasse, sondern auch einiges über die Versicherung beim KJR, und so weiss ich noch gar nichts. Ausser, dass es um eine Menge Kohle geht. Für meine Verhältnisse zumindest.
Gut, meine alte Stütze hab ich Maria dann erst mit einem Tag Verspätung abgegeben, und mit der Zeit hat es sich herauskristallisiert, dass es wohl für alle das Beste wäre, wenn ich abreise. Ich denke zwar nicht, dass ich extrem viel Arbeitskräfte gebunden habe, da ich alles in allem viel alleine machen konnte, aber letztlich kam ich mir selbst ausreichend nutzlos und optionslos in der Spanischen Prärie vor, um über eine frühzeitige Abreise nachzudenken. Erst am Mittwoch habe ich dann Ozie informiert, dass ich verletzungsbedingt wahrscheinlich früher heimreisen werde. Auf die Frage, um was für eine Verletzung es sich handeln würde, habe ich einmal mehr unerschrockene Coolness walten lassen und verkündet: "Ich müsste lügen, wenn ich sagen würde: Es ist kein Beinbruch"
Die Kids haben ab da offenbar noch mehr Respekt vor mir gehabt, als es eh schon der Fall war ("Und damit läufst du noch rum!?"), aber das hat mich auch nur peripher tangiert. Zweischneidig war das Schwert namens KJR, was meine verfrühte Abreise betraf. Zwar wurde mein Flug von Backnang gebucht und bisher sogar bezahlt - aber es wurde mir durch die Blume schon klargemacht, dass ich mich eigentlich nicht so haben sollte, und dass ich sicher länger bleiben könne.
Keine Frage, das hätte ich können, nur leider wäre es für die Freizeit eher schlecht als gut gewesen. Für mich sowieso. Es stimmt mich froh, in meiner eigenen Bude nicht mehr hundert Meter humpeln zu müssen um aufs Klo zu kommen, ich gebe es ja zu! Naja, der bisherige Stand der Dinge ist der, dass ich die Hälfte des Heimfluges selber zahlen muss (das ist ja ok), die andere Hälfte dagegen vom Team bei der Freizeit eingespart werden muss (das wiederum ist extrem scheiße!). Aber mir wurde versichert, dass da das letzte Wort noch nicht gesprochen ist. Ich warte mal.
Am Donnerstag habe ich Ozie dann mitteilen dürfen, dass ich am Freitag Abend bereits in Berlin sein werde. Der Tag der Reise allerdings sollte hier auch noch Erwähnung finden.
Am Freitag Morgen bin ich bereits um 10.15 zur Rezeption gewatschelt, weil ich noch meine Flugbescheinigung ausdrucken musste, und das Internetcafé am Platz keinen Drucker hat. Das ging problemlos, und so konnten wir alle getrost nach Barcelona starten. Ja, alle! Nicht, dass ich ein riesiges Abschiedsteam dabei hatte, es war sowieso Tag des Barcelona-Ausflugs, und so war das alles in allem recht praktisch. An der Sagrada Familia habe ich mich von der Truppe getrennt, nachdem ich einen Metro-Plan mit Paul gecheckt habe, der mir sagte, dass ich nur einmal umsteigen müsste zum Aeroport. Naja, so in etwa.
Ich bin nach ein paar Abschiedsfloskeln in die Metro-Station gehumpelt und war zunächst überfordert, weil ich keinen eindeutigen Zonenplan entdeckt habe. Nach Ewigkeiten war mir klar, dass ich wirklich nur eine Zone brauche, und dann habe ich mir sicherheitshalber eine Tageskarte geholt.
Erst einmal in der U-Bahn angelangt, fühlte ich mich recht sicher, dass ich das Ziel - wenn auch verschwitzt - erreichen würde. Drei Stationen später stieg ich planmäßig aus, aber das war es dann auch mit dem Plan. Theoretisch müsste dort irgendwo die Bahn zum Flughafen fahren, aber wo habe ich leider nicht herausgefunden. Ich bin irgendwann in einem endlos erscheinenden Tunnel gelandet, der mich aber auch nur zur nächsten U-Bahn, nicht zum entsprechenden Zug gebracht hat. Dann dachte ich, ich nehm mal den nächstbesten Ausgang, vielleicht entdecke ich ja irgend einen Hinweis auf einen Bahnhof oder dergleichen. Gedacht, getan! Dann stand ich plötzlich mitten in Barcelona in einer der Hauptverkehrs- und Einkaufsstraßen und nix schien weiter entfernt zu sein als der Flughafen. Vielleicht hätte ich doch ein bisschen Spanisch lernen sollen...
Ich hab drüber nachgedacht, es noch einmal zu versuchen, aber alleine dieser blöde Tunnel wäre eine Höllenqual geworden. Durchgeschwitzt und fertig war ich ja zur Genüge. Also hab ich meine Schiene auf 90 Grad Bewegungsfreiheit eingestellt und eines der tausen Taxis angehalten, die mich im Laufe der Viertelstunde passiert haben. Die Fahrerin war ein solches Original, das ist schwer zu beschreiben. Gefahren ist sie wie Henker, gelabert hat sie die ganze Zeit, aber nett war sie wirklich. Ich hab für die 20 - 25 km zum Flughafen inklusive Gepäckaufschlag 19 Euro gezahlt. Sollte das Abzocke gewesen sein, dann war es in erträglichem Rahmen. Aufs Einchecken durfte ich ein paar Stunden warten, was insbesondere deswegen witzig war, weil ich auf diesem Flughafen keine Uhr gefunden habe. Wahrscheinlich sind es nur so viele, dass sie mir nicht aufgefallen sind, aber ich habe mich mehrmals in den Terminals umgesehen. Der Rest war Kinderfasching. Der Sicherheits-Check wurde durch meine Beinschiene eher vereinfacht. In der Schiene hätte ich locker eine zerlegte Schusswaffe unterbringen können. Da seit 9/11 so ein Hype um all die Kleinigkeiten gemacht wird: Ich hatte folgende primitive aber lustige Waffe im Handgepäck: Deo-Spraydose und zwei Feuerzeuge. Da mir die Ankunft allerdings wichtiger war als irgendeine Show, hab ich mich ruhig verhalten. Der Flug kam überpünktlich an, da wir offenbar eine mit 180 km/h recht steife Brise als Rückenwind hatten. Witzigerweise sind wir fast direkt über Stuttgart geflogen, so gegen ca. 21.25 Uhr. Sieht von so weit oben leider nicht ansatzweise so spektakulär aus wie Berlin beim Landeanflug. Dürfte 22.30 Uhr gewesen sein, als ich mein Ozie und Nico in die Arme schließen konnte. Tja, und jetzt bin ich wieder da!

Weisheiten, die ich von der Reise mitgebracht habe:
  • Kinder können auch lieb sein
  • Betten, die wackeln, wenn ich ein Hemd drauf werfe, eignen sich nicht zum darin schlafen
  • Mein potenzieller Hausarzt wohnt 1500 km weit weg
  • Ibuprofen sind in Spanien größer
  • Am Notausgang im Flugzeug ist die Beinfreiheit am größten, wegen meiner Beinverletzung (der mehr Beinfreiheit sicher gut getan hätte) durfte ich dort aber nicht sitzen. Kurios
  • Der Start vom Flughafen Barcelona nach Berlin ist ein grandioses Erlebnis auf der rechten Seite des Flugzeugs
Sonntag, 24. august 2008
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Es ist Sonntag Morgen, 11 Uhr etwa. Hier in der WG sieht es aus, als hätte eine Bombe eingeschlagen. Seit langem haben wir mal wieder richtig viel Besuch, und damit einhergehend hat Nico sein letztes Zeug aus dem Süden mitgebracht.
Wieso aber kurz vor der Flucht. Nun, ich bin nun noch ziemlich genau 12 Stunden in Berlin, und dann wird ein Reisemarathon beginnen, der es in sich hat. Die nächsten zwei Wochen bin ich in Spanien, eine Kinderfreizeit für den Kreisjugendring Rems-Murr e.V. mitbetreuen. Was liegt auch näher, als von Berlin aus mit ein paar Kindern aus Backnang und Umgebung nach Spanien zu fahren?
Naja, dazu werde ich heute Nacht die Gelegenheit nutzen, und mit Goran und Anastasia in den Süden brettern, was mir weit lieber ist, als eine unbekannte Mitfahrgelegenheit. Ich finde Mitfahrzentralen grandios, aber wenn man in einen Teil der Autos nicht reinpasst, Gepäck für zwei Wochen dabeihat, dann wird das Finden schon wieder schwer. Und diese Fahrt passt zeitlich super. Denn mit 11 Uhr habe ich es wirklich: Um 11 Uhr morgen früh, also in 24 Stunden, werde ich mich mit dem Team in Backnang treffen und um 15 Uhr geht es dann mit dem Bus Richtung Spanien.
Davor gibt es natürlich noch das Übliche zu tun: Packen, waschen, aufräumen, fluchen dass man was vergessen hat und es Sonntag ist, Wegverpflegung arrangieren und natürlich sich einreden, wie sehr man alles vermissen wird.
Dabei ist es in mehrerlei Hinsicht lange her, dass ich soweit abgeschlagen von der Welt hier war. Zudem ist es das erste Mal, dass ich meine Freundin mal zwei Wochen nicht erreichen kann. Haben wir gestern erstaunt festgestellt 0.o
In Spanien selbst war ich 1997 das letzte Mal.
Meine Spanischkenntnisse reichen ziemlich genau soweit, dass ich ohne unnötige Höflichkeitsfloskeln in der Kneipe ein Bier bekomme - zumindest wenn der Barkeeper ein wenig Fantasie hat ;)
Neben Ozie und der besuchsreichen Zeit in der WG wird mir natürlich auch mein Blog fehlen, denn man gewöhnt sich schon sehr daran, jeden Tag zu schreiben und auch immer wieder Feedback zu bekommen. Verkraftbar sollte es aber sein. Dafür liege ich im optimalen Fall in 48 Stunden knapp 2000 km von hier entfernt an der Mittelmeerküste, hole mir den ersten richtigen Sonnenbrand seit 10 Jahren und lasse mich von ein paar Kindern deswegen auslachen. Sind doch an sich schöne Aussichten, und ich werde so oder so wenig Zeit haben, darüber nachzudenken, was mir jetzt zu Hause entgeht, weil ich genug Action haben werde.
Sonntag, 17. august 2008
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Keine Sorge, meine grauen Haare thematisiere ich irgendwann anders einmal. Aus folgendem Grund glaube ich, alt zu werden: Ich habe mich gerade so richtig schön zurückversetzen können in die Zeit meiner frühen Pubertät - und es kam mir weit weg vor.

Kurzer Einschub zur Erklärung:
Leinis Mutter hat einmal behauptet, Männer kämen nie aus der Pubertät heraus. Da ich mich in meinem Alter bislang erschreckend pubertär fühle, alles relevante beim Alten ist (die Eltern kriegen nicht zu viel vom eigenen Leben mit, Sex spielt immer noch eine entscheidende Rolle, und man weiss nicht so recht, ob man wirklich schon erwachsen ist) und ich auch kein Problem damit habe, glaube ich ihr das. Deswegen muss ich genauere Angaben machen, und ordne die oben genannte Zeit in die "frühe" Pubertät ein, wenngleich es sich eher um einen Lebensabschnitt zwischen 16 und 20 gehandelt hat. Davor muss dann wohl die "sehr frühe" Pubertät liegen.
Ende des Einschubs zur Erklärung.

Was wollte ich eigentlich erzählen? Ach ja!
Ich saß gerade - Ozie ist schon im Bett - ganz gechilled an meinem Schreibtisch, und hab mal wieder die Kopfhörer meines Vaters aufgesetzt. Die leiden zwar schon an Altersschwäche, haben aber nichts an ihrer hervorragenden Qualität eingebüßt.

(Hallo Papa! Falls du das lesen solltest: Du hast damals gesagt, ich darf alles mitnehmen, was in meinem Zimmer ist. Es wäre gelogen, wenn ich in Anbetracht dessen sagen würde, die Kopfhörer lagen die letzten Monate grundlos dort, aber ich nehme an, du kannst mir das verzeihen...)

Mir war mal wieder nach ein bisschen Musik. Ich habe gerade ein zweites Bier geöffnet gehabt, Winamp angeschmissen, und mein Shuffle-Modus hat mir "Dare Devil Song" von Pain in the Ass empfohlen. Schön zu hören, aber mir war es etwas mehr nach visueller Dreingabe, also habe ich meinen Musikvideo-Ordner angeschaut. Hängengeblieben bin ich dann bei einer (bildmäßig) leidlich schlechten Aufnahme von Delicate Sound of Thunder, der in meinen Augen viel zu wenig gewürdigten Live-Platte von Pink Floyd.
Ich hab so meine Lieblingslieder auf der Platte, folglich hab ich ein bisschen hin und her gespult (im übertragenen digitalen Sinne natürlich) und bin dann doch wieder bei "Wish you were here" hängengeblieben.
Ich kann die Wirkung mal zusammenfassen: Wenn man ein Lied gerne hört, das 6 Jahre vor der eigenen Geburt geschrieben wurde (gut, bei dieser Aufnahme müsste ich 6 gewesen sein), dann fällt einem auf, wie wenig Eindruck das wohl auf andere Leute machen muss (natürlich meine ich Mädels!) - und in diesem Fall stellt man aber fest, wie gut es einem mit diesem Lied geht, wenn man merkt, dass man keinen Eindruck auf andere Leute (ich rede immer noch von Mädels!) macht.

Spät nachts allein am Schreibtisch, ein paar Bier und Pink Floyd über Kopfhörer... ich kann nun nicht behaupten, dass das meine Jugend war - und wenn, dann wäre sie immerhin nicht typisch - aber sowas ruft verdammt viele Erinnerungen bei mir wach. Ich hab schon an einen Haufen Leute (ich rede natürlich... ach, ihr wisst schon!) gedacht, wenn ich das Lied gehört habe, das könnt ihr mir glauben - und irgendwie ist es ein seltsames Gefühl, das Gefühl zu haben, man braucht das nicht mehr...

Wie gesagt, ich werde alt!
Donnerstag, 31. juli 2008
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Wollte hier - ich denke, er liest es! - Nico noch alles gute zum Geburtstag wünschen. Er ist mal wieder unser Mitbewohner, dennoch mal wieder in Stuttgart, und zu diesem besonderen Termin mal wieder am Saufen. Denke ich zumindest. Also alles in Ordnung! Viel Spaß beim Feiern!
Montag, 28. juli 2008
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Noch ein paar Tage bis zur zweiten Prüfung. Irgendwie hab ich kein so sonderlich gutes Gefühl. Warum auch immer. So wenig gelernt habe ich die letzten zwei Tage nicht, aber irgendwie scheint es mir immer unmöglicher, wirklich alles in den Kopf zu bekommen. Wie schon irgendwann einmal erwähnt: Man braucht auch den kleinen Funken Glück, dass etwas drankommt, was man nicht nur einmal, sondern schon hundertmal durchgekaut hat.
Ansonsten hab ich seit heute eine neue Digicam. Bevor jetzt aber Stimmen laut werden, ich würde - kaum, dass ich mal welches habe - mein Geld zum Fenster rausschmeissen: Das gute Teil hat keine 40 Euro gekostet und ersetzt meine fünf Jahre alte, dreimal so teure und inzwischen nachtblinde und ungeladene-Akkus-allergische Cam. Folglich brauche ich jetzt auch keine tollen Paradefotos der Neuen hier zeigen, da sie eigentlich nur unwesentlich besser ist als die alte. Ein kleines handliches Gerät für Schnappschüsse zwischendurch - gewissermaßen eine Notwendigkeit für Blogger - mehr nicht. Ja, so bescheiden sehen die Neuigkeiten hier aus.
Donnerstag, 17. juli 2008
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Vor ein paar Tagen schon wollte ich mal wieder was zum Einkaufen schreiben. Jetzt mache ich es eben heute:
Einige meiner Leser wissen es bereits, andere noch nicht: Der Sash ist nicht wirklich kein durchschnittliches Knuddeltierchen, sondern mit einer Größe von knapp über zwei Metern und einem Kampfgewicht von etwa 150 Kilo nicht gerade der Durchschnittsdeutsche.
Ich glaube, es machen sich nur wenige Menschen Gedanken darüber, wie es einem solchen Menschen beim Einkauf von Klamotten ergeht. Wie sehen das die meisten hier: Man geht in einen Laden, hofft, dass das tolle Ding, das man erspäht hat, auch passt und verschwindet wieder? Schön wäre es.
Seit ich 16 bin, bin ich beispielsweise gewohnt, in Schuhgeschäfte zu laufen, und einen Verkäufer zu fragen, bis zu welcher Größe sie denn Schuhe dahaben. Natürlich ist es mir nicht egal, was für Schuhe das sind, aber diese Frage muss ich immer zu Beginn stellen, es sei denn, ich habe Lust, mir beim Shoppen ein paar Monate Zeit zu nehmen. Manchmal bekommt man dann Antworten wie "Manche haben wir bis 47!" und sieht ein zufriedenes Grinsen im Gesicht des Angestellten. Immerhin ist es ganz nett zu betrachten, wie es entfleucht, wenn man sagt, dass man dann lieber gehe, weil man eben 49 1/2 braucht.
Inzwischen hat ja sogar der C&A mit dem XXL-Shop eine eigene Übergrößenabteilung, was ich sehr angenehm finde. Dennoch komme ich - und ich bin noch lange nicht der größte/dickste Mensch Europas - immer wieder in diverse Zwickmühlen.
Bis Größe 6XL (will heißen: XXXXXXL) findet man dort Hemden. Da muss ich sagen: Schön! Die meisten sind mir dennoch zu kurz. Davon, dass sie doppelt so breit sind wie ich, will ich gar nicht erst anfangen. Solche Kleinigkeiten übersieht man irgendwann bei meinen Maßen. Ich habe mir zudem des öfteren schon Hemden gekauft, die nach dem ersten Mal waschen (bei 30°) um fünf Zentimeter kürzer geworden sind. Damit würden sie zwar Kylie Minogue durchaus noch als knöchellanges Ballkleid dienen können, sind für mich aber leider rausgeschmissenes Geld. Die Figur, um ständig bauchfrei herumzulaufen, habe ich dann eben doch nicht. Und sonderlich ermutigend ist es nun zudem auch nicht, in der Umkleide umgeben zu sein von Leuten, die ernsthafte Komplexe bekommen würden, wenn sie nur in einem Übergrößenladen einkaufen müssten.
Mein Problem ist nur: Das kann ich mir nicht einmal leisten! Als ich noch in Stuttgart wohnte, kannte ich einen einzigen Laden, in dem ich T-Shirts kaufen konnte. Dazu musste ich mit dem Auto 40 km weit fahren und dann 20 € für ein einfarbiges Shirt zahlen. Sowas kann bei 1000 € brutto ziemlich weh tun.
Natürlich gewöhnt man sich dran. Ich habe eben nur zwei wirklich gut passende Hemden - die ich irgendwann mal gefunden habe - und die trage ich dann eben abwechselnd. Ein Zustand, der für 90% der Menschen hierzulande untragbar wäre.
Ich will nicht einmal allzu laut klagen, aber vielleicht denkt ja mal jemand daran, wenn er einen  extrem großen und/oder dicken Menschen sieht und über seine Klamotten lästert.
Mittwoch, 25. juni 2008
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Das erste KO-Spiel der deutschen Mannschaft bei dieser Fußball-EM heute Abend. Dann wollen wir doch mal sehen. Ich tu mich mit Fußball immer noch ein bisschen schwer, ich gebe es zu. Diese unbedingte Hingabe ans Spiel will sich bei mir nicht so einfach einstellen. Das hat auch einen ganz klaren Grund: Ich weiss eigentlich nie, für wen ich sein soll. Nun ist es für die meisten Leute klar, dass sie für ihr Heimatland sind. Besonders glücklich sind oftmals irgendwo eingewanderte, die sowohl ihrer alten, als auch der neuen Heimat die Treue halten. Ausnahmen sind hier natürlich Spiele der beiden gegeneinander ;)
Aber so leicht geht das bei mir nicht. Für mich ist Fußball immer in erster Linie ein Sport, bei dem der bessere gewinnen sollte. Ich weiss einfach nicht, wie ich es schaffen sollte, dass ich mich eher mit Podolski identifiziere als mit irgend einem anderen. Ich kenne weder den einen noch den anderen, ob die jetzt zufällig den Pass vom gleichen Land besitzen, interessiert mich ehrlich gesagt gar nicht.
Ich freu mich regelmäßig, wenn irgendwelche Außenseiter bei Turnieren gut spielen und weiterkommen. So gesehen kann man heute Abend ja schon wieder gut für die Deutschen sein :)
Aber inzwischen ist es auch nicht mehr das junge, unerfahrene Team, dem ich 2006 genau deswegen gegönnt habe, bis zum dritten Platz durchzurocken. Mir fehlt irgendwie die Begeisterungsfähigkeit, und ich frage mich, wie es Leute schaffen, hier Stolz zu entwickeln, obwohl man selbst mit den Erfolgen der Mannschaft soviel zu tun hat wie mit dem Klopapier des Papstes. Ich finde das nicht schlimm, aber irgendwie wundert es mich das ein oder andere Mal. Wenn ich mich heute Abend für die deutsche Mannschaft freue, dann wahrscheinlich, weil es mich amüsiert, dass ein Superstar wie Ronaldo trotz all der Millionen auch nichts gebracht hat, aber so ist es eben. Der Fußball kommt ansonsten ja auch ohne mich klar...
Donnerstag, 19. juni 2008
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