Sashs Blog

Herzlich willkommen in meinem Blog!

Ich schreibe hier über unterschiedlichste Dinge, deswegen möchte ich allen Interes-senten an einem bestimmten Thema nahelegen, sich in diesem Fall ein Stückchen unter diesem Text die betreffende Kategorie anzeigen zu lassen. Wer dies unterlässt, muss auch den ganzen anderen Mist lesen...

PS: Ihr könnt gerne auch ältere Beiträge kommentieren, denn ich bekomme so oder so eine eMail!

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Heute Morgen hatte ich dann das erste Mal den klassischen Fall, dass eine quasi akut entstehende Familie zum Krankenhaus wollte / musste. Die ausführliche Variante inklusive Geburt im Taxi kann ich zwar nicht bieten, aber ich hatte auch nicht das Gefühl, dass irgendeiner der anwesenden Protagonisten in irgendeiner Form davon begeistert gewesen wäre.
Mit anderen Worten: Zumindest bis zum Ausstieg ist alles gut gelaufen. Ich hab bei dieser Fahrt eigentlich erstmalig die 20 km/h über der erlaubten Geschwindigkeit (die, die noch ohne Punkte gehen) ausgenutzt, und ich kann verkünden: Es gibt zu viele Ampeln, die nachts um 4 Uhr rot sind!
Naja, wie dem auch sei: Ich hoffe, es ist noch alles glatt gelaufen im Krankenhaus!
Montag, 2. februar 2009
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Hab heute früh übrigens einen Rentner gefahren, der Komparse beim neuen Tarantino-Film ist. Der spielt da nen Nazigeneral. Das macht der seit Jahren als Hobby und freut sich - weil andere für ihr Hobby Geld bezahlen, und er sogar noch welches kriegt. Auch schön! War zudem die längste Fahrt des Abends.
Freitag, 23. januar 2009
- veröffentlicht in: Taxi - Schönes
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Es war heute morgen, 4 Uhr etwa. Eine Stunde noch, dann wollte ich das Auto waschen gehen. Auf meiner Uhr standen extrem magere 64,60 €. Nach acht Stunden Arbeit. Dadurch, dass es so wenige Touren waren, lag das Trinkgeld mit 5,10 € auch noch im untersten Bereich (ab 10 € aufwärts pro Tag ist ok).
Ich stand vor dem Watergate und hab mir gedacht: "Hoffentlich reicht das noch für zwei Touren. 80 € sollten am Ende ja schon als Minimum drin sein..."
Dann kam er raus: Ich hätte ihn nur knapp älter geschätzt als mich, und er setzte den Trend fort, nach dem alle an diesem Abend im Watergate überdimensionierte Brillen trugen. Er war schon etwas fertig, wollte in die Schönhauser Allee, nördlich der Danziger. Eine Tour, die in Ordnung ist. Irgendwas zwischen 10 und 14 €, ich sollte meinem Ziel also näher kommen. Zwischendrin wollte er noch bei nem FastFood-Schuppen anhalten. Der Mac am Frankfurter Tor schien irgendwie verlassen, also hat er gemeint, könnten wir den am S-Bahnhof Schönhauser Str. nehmen - ein paar hundert Meter Umweg inklusive.
Soweit, so gut. Mitten auf der Danziger bat er mich dann anzuhalten, weil er gegenüber noch etwas holen wolle. Hat sich um irgendein Erotik-Etablissement gehandelt, ist ja auch egal. Er hat mir als Pfand einen Fünfzig-Euro-Schein gegeben und gemeint, ich solle warten. Warum nicht? Die Uhr läuft...
Nach etwa 20 Minuten (also zwei Zigaretten später) kam er dann wieder raus und wir haben die Fahrt fortgesetzt. Vor dem McDonalds in der Schönhauser durfte ich auch nochmal 5 Minuten warten, und so sind wir am Ende bei 27,10 € gelandet. Damit hatte ich halbwegs akzeptable 90 € in der Kasse. Dann meinte er noch: "Mach mal 35!"
Meine ernstliche Begeisterung kommentierte er mit: "Ist nur fair. Wenn dich schon so'n Vollidiot den ganzen Abend aufhält..."
Das war dann auch die letzte Tour für den Tag. Ich habe also 40 Minuten gearbeitet, davon 25 Minuten bequem rumstehen können und eine Kippe rauchen, das ganze für 27 € Umsatz und 8 € Trinkgeld. Können mich nicht jeden Abend ein paar solcher Vollidioten "aufhalten"? ;)
Donnerstag, 22. januar 2009
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Es war die erste Tour am Samstag. Ein guter Tag zum Taxifahren, insbesondere spät in der Nacht. Noch aber war es früh am Abend und derselbe begann wie so viele mit Schlangestehen am Ostbahnhof. Ich finde das immer noch sehr angenehm, weil es eine vertraute Umgebung ist, ich gelegentlich die immer gleichen Kollegen dort treffe, und es außerdem einfach nahe an meinem Startpunkt liegt.
Der Fahrgast war ein Mann, für dessen Heterosexualität ich meine Hand nicht ins Feuer legen würde, was mich aber - das sollten zumindest meine Freunde wissen - eigentlich nicht einmal interessiert. Er kam von vier Wochen Afrika-Urlaub zurück, schwer bepackt und Rückreisegeschwächt.
Das Fahrtziel lag nahe: Friedrichshain - mal wieder. Nicht einmal östlich der Warschauer (für die Berliner Leser). Als wir ankamen, stand die Uhr auf 5,10 €. Er meinte: "Ich würde dir nen Zehner geben, wenn du mir beim Hochtragen hilfst..."
Unter uns: Ich würde das auch so machen - aber nicht weitererzählen!
Nun, das Angebot war nicht einmal so unfair. Seine Wohnung lag im vierten OG, und die Koffer erwiesen sich auf Dauer als recht schwer. Letzen Endes standen wir beide ausgezehrt und keuchend vor seiner Wohnungstüre, und da fragte er mich dann, ob ich Alkohol trinke.
Von der Befürchtung getrieben, er wolle mir auf der Stelle was anbieten, habe ich mich - um nicht zu lügen - mit einem "Gelegentlich - bei der Arbeit nicht" rausgewunden. Daraufhin ist er kurz verschwunden und mit zwei Flaschen Prosecco wieder aufgetaucht, die er mir in die Hand drückte und meinte: "Dann nehmen sie die noch!"
Und das war übrigens nur der Anfang einer echt guten Schicht...
Dienstag, 20. januar 2009
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Eigentlich kann ich nicht wirklich beschreiben, was an der Tour mit den fünf Jungs so geil war. Es waren ein paar angeheiterte Jugendliche, wie ich sie am Wochenende x-fach aufgabel. Wie viele andere haben sie sich überrascht gezeigt ob der Tatsache, dass "mein" Wagen noch zwei zusätzliche Sitze versteckt hat - also auch nichts besonderes. Ich bin mit ihnen eine recht kurze Tour gefahren, vom Kotti zum Weekend am Alex. Während der Fahrt aber hat sich einer der Gesellen auf der allerletzten Bank dazu hinreissen lassen, die aktuelle Situation in Rhymes zu verpacken, was zwar manchmal peinlich war - weil es eben nur mittelmäßiger Freestyle war - zum anderen aber meine Laune enorm gehoben hat.
Ich kann leider den Style nicht ernstlich beschreiben, den der Kerl draufhatte, aber diese gleichzeitig rauchige und sonore Stimme mit den aberwitzigsten Texten hat die Fahrt echt enorm bereichert. Für mich zumindest. Ich glaube, seinen Kumpels war das mehr als peinlich.
Das Geilste aber war, dass eine der Textzeilen wörtlich lautete: "Wir gehen durch den Schmand..."
Für all die Overblog-Leser und zufälligen Besucher: Schmand ist ein gängiges Lebensmittel und als Wort auch sehr verbreitet für die Rückstände in diversen Rauchutensilien, von denen ich als Taxifahrer natürlich nicht einmal eine Ahnung zu haben habe. Das Geile an der Geschichte ist aber, dass sich in meiner alten WG das Wort Schmand extrem eingebürgert hat und dort als Wort für Verunreinigungen und ebenso Planlosigkeiten ein Eigenleben entwickelt hat. Deswegen hat mich diese Zeile so sehr erheitert - weil ich Schmand als wichtigen Teil meines Lebens kenne - und wenn es nur im Rahmen einer "Zeitverschmandung" ist :)
Dienstag, 20. januar 2009
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Es gibt ja manches Mal so Tage, an denen läuft alles. Der vergangene Mittwoch ist da ein gutes Beispiel. Ich hab fast ausschließlich kuriose Leute im Auto gehabt oder zumindest gute Touren gehabt.
Angefangen hat es mit einer Fahrt zum Flughafen Schönefeld - inklusive verspätetem Entschluss, doch die Autobahn zu nehmen. Das bedeutet noch ein paar Kilometer Umweg. Dort habe ich dann beschlossen: Scheiss auf den Flughafen, ich fahr einfach so in die Stadt zurück. Prompt stieg in Rudow eine Frau nach Kreuzberg ein. Nach einer kurzen Tour durfte ich eine alte Frau nach Karlshorst fahren, die ununterbrochen geredet hat, und nachher beim Bezahlen echt den Vogel abgeschossen hat, indem sie mir 6,80 € Trinkgeld gab. Neuer Rekord! Dann ging es leer zurück, und es folgten ein paar kleine Touren. Erwähnenswert wäre vielleicht noch der Typ, der tatsächlich meint, die S-Bahn von Stuttgart nach Leonberg fahre im Gegensatz zu der nach Karlshorst rund um die Uhr...
Tja, irgendwann kam dann der Zeitpunkt, an dem ich Feierabend machen wollte, aber ich dachte mir: Komm, einmal stellste dich noch ans Watergate. Ich hatte143,80 € auf der Uhr und hoffte, mit einer Tour die 150 knacken zu können. Was bei 3 € Grundpreis so schwer echt nicht sein sollte. Als ich erster war, kam natürlich prompt ein Pärchen raus, das vor allem dadurch auffiel, dass sie sich unmittelbar vor dem Club ihrer Wahl übergeben hat. Nach ein paar Wiederholungen schienen sie aber wegzugehen. Dann reiherte sie doch nur auf der Brücke weiter und anschließend kamen sie auf mich zu.
Irgendwie glaubte ich, dass es das jetzt war und hab die Tour wieder bessere Vorsätze doch angenommen. Das Ziel war die Rigaer Str., also gerade so eine Tour, um die 150 vollzumachen. Na denn. Ich hab mir Mühe gegeben, moderat zu fahren, und bis 200 Meter vor dem Ziel hat das auch geklappt. Dann hörte ich es "Open the door, open the door!" von hinter mir brüllen, und in dem Moment wurde mir klar, dass es ein Fehler war, zuzulassen, dass sie sich auf die linke Seite (Kindersicherung als Standard drin!) gesetzt hat. Ich trat auf die Bremse, die natürlich erstmal nur bedingt funktionierte, da die Straße völlig überfroren war. Nach endlos erscheinenden Metern, die ich in die Rigaer reingeschlittert bin, konnte ich mich rauswerfen um die Tür von außen zu öffnen. Da sie es tatsächlich geschafft hat, sich das Kotzen so lange zu verkneifen, und sich dann auch noch akkurat nach draussen entleerte, so dass weder das Auto, noch meine Schuhe in Mitleidenschaft gezogen wurden, hätte ich ihr eigentlich die Mitgliedschaft bei "Kontrolliert Kotzen" anbieten können, jenem Verein, den Leini und ich nie zu Gründen hinbekommen haben. Die nun folgende Erholungsphase sorgte dann noch für ein zwei Euro mehr auf der Uhr und das Trinkgeld von 3,50 € am Ende halte ich zwar wegen meiner Risikobereitschaft für angemessen, aber gefreut hat es mich natürlich trotzdem. War insgesamt echt wieder eine Schicht mit Lerneffekt und Spaß.
Freitag, 9. januar 2009
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Gestern gab's vier neue Rekorde meiner Wenigkeit:
  • Umsatz pro Schicht: 211,00 €
  • Trinkgeld pro Schicht: 23,80 €
  • Umsatz in einer Stunde: 48,80 €
  • Trinkgeld pro Tour: 3,30 €
Das sind natürlich keine astronomischen Zahlen, aber ich fange ja auch erst an. Ich protokolliere das eher für mich selbst hier.
Mal schauen, wann ich die wieder einstelle. Heute sicher nicht, denn heute mach ich nur eine halbe Schicht und hab dann anderthalb Tage frei. Um es mit Stimpys Worten zu sagen: Jubel Jubel Freu Freu!
Sonntag, 21. dezember 2008
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Das ist nicht irgendein Betrag. Es ist auch nicht der Betrag der bisher finanziell ergiebigsten Fahrt - hat aber damit zu tun. Heute - das heisst gestern Abend - bin ich mal wieder lange Zeit am Taxistand vor dem Ostbahnhof versauert. Im Gegensatz zu gestern kamen aber nicht ständig Fahrgäste an, die von Kollegen weggeschickt wurden. Immerhin. Wobei? Die Fahrgäste sind mitunter die dankbarsten, und das wirkt sich immer positiv aus. Nicht zwingend aufs Trinkgeld, aber in meiner Welt zählt Anerkennung doch auch als Währung!
Wie dem auch sei. Steigt also noch kurz vor 0 Uhr ein Mann ein, der Kleidung nach Geschäftsmann. Was er sagte, konnte ich zunächst nur für einen Scherz halten: "Mexikoplatz in Zehlendorf bitte!"
Für Nicht-Berliner: Stellt euch einfach vor, Berlin wäre Deutschland. Dann hätte er gesagt: Von hier (Berlin) nach Stuttgart bitte. Das ist nicht ganz das Maximum Konstanz, aber doch ein gutes Stück. Er hat mir gleich eine mir vertraute Route um die Ohren geschmissen, bei der ich bestätigt habe, dass sie sich gut anhört. Ich habe gesagt, ich würde dennoch gerne das Navi zur Hilfe nehmen, weil ich noch nicht lange fahre. Er hat es gestattet und betont, dass es ihm auf ein paar Meter oder Minuten so oder so nicht ankommt.

"29,60  €, hat noch niemand unterboten...", betonte er die Rechtmäßigkeit seiner Route dennoch.

Bereits an der zweiten Kreuzung beschloss das Navi aber etwas anderes, und so habe ich ihn gefragt, ob es ok wäre, wenn ich dem Navi nach fahre. Er meinte, das sei ok und hat sich von nun an in seine Zeitung vertieft. Auf der Hauptstraße blickte er dann allerdings auf und meinte, ich solle über Autobahn fahren, weil der Verkehr hier zu sehr kriecht. Ich bin dem nachgekommen, und hab mich ab da wieder strikt ans Navi gehalten, das allerdings auch nur eine Route ausgespuckt hat, die ich aus meiner Lern-Phase noch auswendig kannte. Dummerweise ist die zwar kurz, aber fast durchgehend 30er-Zone - inklusive Kopfsteinpflaster und allem anderen unbequemen Gedöns. Nachdem wir am Mexikoplatz waren, hat er mich noch ein paar Straßen weiter nach Schlachtensee reingelotst. Als wir angekommen waren, stellte er mit einem Blick auf Uhr und Taxameter fest: "Keine schlechte Zeit rausgefahren..."

Taxameter: 28,90 €

Ich habe mich noch für die Holperei entschuldigt und gemeint, ich könne leider nicht den Komfort eines Automatik-Mercedes bieten. Daraufhin hat er mir versichert, dass es ok war und man "keinen Mercedes zum Leben" bräuchte. Das Resultat waren 32 €, also 3,10 € Trinkgeld auf einen Schlag und das sehr gute Gefühl, dass mein Service selbst für einen, der sicher das achtfache meiner Wenigkeit verdient, ok war. Da sag nochmal einer, dass nicht auch schweigende (weil lesende) Fahrgäste angenehm sein können...
Dienstag, 16. dezember 2008
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Stand ich gestern Abend so am Ostbahnhof. Trat eine große Gruppe junger Mädels auf und suchte ein Großraumtaxi. Nun nenne ich ja ein solches mein Eigen, bzw. ich fahre eines. Ich hab sie freundlichst darüber aufgeklärt, dass das aber 3 € Aufschlag kosten würde. Die Mühe ist das allerdings mehr als Wert, zumal sie zum Havanna wollten - was definitiv eine überdurchschnittliche Tour ist. Manch alt eingesessenem Kollegen hätte die Truppe zwar ein wenig Nerven abverlangt, da ich nicht nur am Bahnhof auf zwei Leute warten musste, sondern sie dann auch noch zwischendurch an einer Bank halten und natürlich unterwegs zu essen genötigt waren. Ich selbst sehe das nicht als Problem an - natürlich unter der Voraussetzung, dass alles ordentlich bleibt. So sind wir gut gelaunt, nach einer Fahrt ohne Navi und einem Stopp an einer Sparkasse, am Havanna angekommen. 19,00 € hat das Taxameter angezeigt, und ich denke, es spricht für sich, dass ich nicht etwa 20, sondern 21 € bekommen habe. Von den netten Komplimenten am Ende ganz zu schweigen ;)
Ach ja: Sie haben zwar einen Kaffeebecher liegen lassen, was ich nicht so prickelnd finde, aber immerhin schnell rausgeräumt ist. Daneben habe ich eine beinahe volle Schachtel Marlboro Menthol nebst Feuerzeug im Fußraum gefunden. Bei aller Korrektheit möchte ich hier klarstellen: Ich werde die Dinge NICHT zum Funbüro bringen. Also:

Mädels, solltet ihr das hier lesen: Ich lass euch Kippen und Feuerzeug gerne zukommen, wenn ihr euch meldet, aber mehr Aufwand als nötig mache ich mir damit dann auch nicht. Ich denke, das ist ok.
Sonntag, 14. dezember 2008
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So, eine Schicht mehr runtergerissen. Wobei runtergerissen eine blöde Umschreibung ist. Ich bin natürlich fertig - wie das halt so ist, wenn man 9 Stunden mehr oder minder im Auto saß. Ansonsten war aber nicht viel von Stress zu spüren. Ich bin erst spät aus dem Haus, weil ich zum einen noch Wäsche trocknen musste, zum anderen - und wichtigeren - noch ein wenig genießen wollte, mein Ozie zu sehen. Den heutigen Tag über wird das wohl nicht der Fall sein - außer ich versumpfe jetzt beim Bloggen. Das ist definitiv das harte an der Nachtschicht. Ansonsten genieße ich es wahnsinnig, einen anderen Rhytmus zu haben wie die meisten anderen. Wenn ich mit der Bahn zu meinem Auto fahre, sehe ich mir die Leute an und denke mir: Mein Gott, seid ihr schon fertig! Und wenn ich morgens heimfahre, denke ich mir immer: Ätsch, ich kann jetzt gleich schlafen!
Keine Sorge, mir ist bewusst, dass das umgekehrt genauso funktioniert. Das Schöne ist: Ich fühle mich so, ich rede mir das nicht ein um mein Elend erträglicher zu machen. Ich hab das Auto erst kurz vor 21.30 Uhr an der Übergabestelle abgeholt. Es war blitzblank und topp wie immer. An dieser Stelle muss ich meinen Tagfahrer H. echt mal lobend erwähnen. Bisher hat da immer alles mehr als astrein geklappt. So soll es laufen. Ich hoffe, dass es auch immer seinen Wünschen entspricht, wie ich die Kiste abstelle. Sollte aber ok sein - ich gebe mir Mühe. Um halb zehn war dann die Taxe 1925 mit dem Sash am Steuer einsatzbereit. Ich bin wie immer halbwegs direkt zum Ostbahnhof gegurkt, allerdings mache ich das inzwischen möglichst ohne übertrieben viele Hauptstraßen, da viele Winker nebenbei in den kleineren Straßen warten. War aber nichts. Nach einer gemütlichen Runde hier und da lang habe ich mich dann an den Bahnhof gestellt, weil da einfach immer was geht. Man wartet vielleicht ewig, aber man kriegt was. Am Ostbahnhof sogar verdammt oft, wenn man weiter hinten in der Reihe steht, weil der Nachrückplatz vor dem InterCity-Hotel vorbeiführt.
Es war dann schon um 22 Uhr etwa, als ein reichlich desillusioniert wirkender junger Mann mich fragte, ob ich ihn zur Machlewskistr. mitnehmen würde. Blöde Frage! Klar. Zwei Kollegen vorher waren sich offenbar zu fein für die kurze Tour. Dabei standen wir am Stand, will heißen: Kurzstreckentarif ist nicht drin, obwohl es keine zwei Kilometer sind. Ich weiss ja, dass es scheisse ist, auf eine 5€-Tour eine Stunde zu warten. Aber dann soll man sich nicht eine Stunde anstellen. Das mit den Kundenwünschen ist das Roulette beim Taxifahren - und eigentlich ist es auch das Schöne - wenn man nicht verbissen nach jedem Cent schielt. Die Tour brachte 5,10 €, ich durfte 6,50 draus machen - also eigentlich gar nicht soo schlecht :)
Da es noch früh am Abend war, bin ich gleich wieder zum Bahnhof gegurkt. So hatte ich keine halbe Stunde später eine Fahrt in die Siedlung Wartenberg. Das ist eine 20€-Tour. Also nicht schlecht, wenn man bedenkt, dass der Schnitt in Berlin 10,70 € sind. War ein älteres Ehepaar, das beim Elton-John-Konzert war. Hat der Gute scheinbar recht kurz gespielt... aber die beiden meinen, es war gut - und entsprechend war auch die Laune. Prima! Leider ist der Rückweg aus dem tiefsten Osten eigentlich immer eine Leerfahrt. Zumindest momentan noch. Wo sich da um 23 Uhr jemand finden soll, der in die City will... wer weiss? Immerhin hat's in F-Hein noch zu einer kurzen Fahrt für 4,50 € gereicht. Nachdem an den umliegenden Clubs nichts los war, stand ich wieder am Bahnhof. Nun folgten gleich zwei Touren mit Opeth-Fans, die bei einem Konzert waren. Die erste Tour grob Richtung Prenzlberg - wo mir eine Metal-Kneipe empfohlen wurde - und eine an den Rosenthaler Platz. Letztere war insofern erwähnenswert, als ich drei Israelis an Bord hatte, die im Grunde wegen des Konzertes in Berlin waren und das Ganze mit einer kleinen Reise über Prag durch Mitteleuropa genutzt haben. Waren beides 10€-Touren, guter Schnitt halt.
Als ich dann nach verschlungenen Wegen wieder an meinem Heimatbahnhof gelandet bin, bot sich mir ein seltenes Bild: Kein Taxi! Aber ein Wartender. Also nichts wie hin! War ein ziemlich junger Pizzabote aus Hamburg, den Bargeldsorgen quälten. Ich habe seines Fahrtziels wegen das erste Mal einen Blick in den Stadtplan geworfen, weil ich nicht mehr sicher wusste, ob der Bahnhof Charlottenburg wirklich der am Stuttgarter Platz war. Peinlich, ich gebe es ja zu. Während wir uns überlegten, wo wir hin müssen und wie er zu einer Deutschen Bank kommt, sammelten sich allerlei Taxi-Wütige am Bahnhof, doch von Kollegen keine Spur. Im Laufe des Trubels habe ich vergessen, den Kollegen per Funk Bescheid zu sagen. Egal, das hat sich schon geregelt... Ich hatte nun eine echt entspannte Fahrt für über 17 Euro, bei der ich am Ende dank des Trinkgeldes keine Bedenken hatte, meinem Fahrgast noch eine Kippe zu spendieren (das wäre aber auch so kein Thema gewesen!). Dann ging es Schlag auf Schlag: Zunächst ein etwas schweigsamer Geselle vom Hotel Zoo nach Wilmersdorf, dann eine sehr unterhaltsame Dreiergruppe Afrikaner von dort nach Wedding.
Aber das war es dann erstmal. Mein Lieblingsgebiet westlich des Alex gab keine Fahrgäste her. Irgendwie ist es immer wieder skurril zwischen all den Prostituierten langzufahren, und wenn man erkennt, wer der Gegenüber ist, dann denken wir wahrscheinlich beide immer: Hmm, kein zahlener Kunde...
Und so landete ich auf abstrusesten Wegen wieder am... (dreimal raten!) Ostbahnhof. Ich weiss nicht so recht, ob das ein Fehler war. Ich hab mich als Zweiter angestellt, aber passiert ist: NIX!
Naja, das wäre gelogen, denn nach einer halben Stunde vielleicht kam mein Kollege T., mit dem ich mich gerne mal übers Geschäft unterhalte. Er ist selber erst zwei Wochen länger im Betrieb als ich und kann dennoch immer mal wieder mit netten Stories oder guten Tipps aufwarten. Wir haben uns dann zu zweit die Zeit vertrieben und uns die verstreichende Ankunftszeit der ersten Züge am frühen Morgen (ab 4.25 Uhr) schöngeredet. Ich habe mehrmals innerlich beschlossen, trotz einer eigentlich miserablen Ausbeute von 90 € Feierabend zu machen. Aber irgendwie blieb dieses "Die eine Tour noch, wann immer sie kommt..."
Dann kamen zwei nette junge Damen auf mich zu und sind nach dem Verladen einer Tasche eingestiegen: "Wo soll's denn hingehen zu so früher Stunde?", fragte ich wie immer gut gelaunt (und das nicht einmal gespielt, denn neue Fahrgäste erfreuen einen immer!). Die Antwort hat mir dann für einen unbemerkten Moment die Gesichtszüge entgleisen lassen: "Tegel! Zum Flughafen!" Für alle Nicht-Berliner: Das sind um die 16 km, also über 20 €, und damit eine sehr angenehme Tour - insbesondere bei netten Leuten. Und das waren sie. Sie haben mich ausgequetscht über die Taxi-Prüfung und haben mir ein weiteres sehr schönes Kompliment gemacht:
Sie: "Und wie sind sie zum Taxifahren gekommen?"
Ich: "So seltsam es klingen mag: Aus Interesse!"
Sie: "Ja, ich hab mir das schon gedacht. Das merkt man!"
Danach ging's gut gelaunt und finanziell nur knapp unter den Erwartungen zurück zum Tanken, Waschen und Abstellen. "Lemon Tree" von Fool's Garden könnte übrigens echt meine Taxi-Hymne werden, denn das lief dann auf dem Rückweg und hat mich zudem an eine meiner ersten Touren - die erste richtig ordentliche Party-Tour - erinnert, als das den ganzen Mädels in meiner Kiste den kurzen Weg zum Spindler und Klatt zum Vorfeiern diente.
Was will ich sagen: Ich liege finanziell immer noch hinter dem, was ich erreichen will. Das ist aber wirklich dermaßen zweitrangig, weil mir der Job so viel Spaß macht, dass es schon nicht mehr feierlich ist. Es ist manchmal komisch, wenn man bedenkt, dass die anderen Leute feiern, während ich arbeite. Aber das ist eben nur die halbe Wahrheit! Wenn ich mir überlege, dass ich ähnlich gute Laune bei der Sache habe, dann kann doch nur irgendwas in meinem Leben verdammt richtig gelaufen sein, oder?
Freitag, 12. dezember 2008
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"Ich wünschte mir mehr Taxifahrer wie dich!"

Das ist ein Kompliment, das ich mir doch gerne habe machen lassen. Man sollte dazu vor allem sagen, dass es von einem betrunkenen Mann stammte, der erst nach einem Kilometer gefragt hat, ob er mit Karte zahlen kann - was ich leider verneinen musste und es zudem nicht geschafft hat, mit mir einen Festpreis auszuhandeln. Zugute kam mir vielleicht der Umstand, dass der Preis letzten Endes unter dem angebotenen Festpreis lag. Wie auch immer. Ich wünsche mir mehr Fahrgäste wie ihn ;)
Donnerstag, 11. dezember 2008
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Treffen sich zwei offenbar verplante Menschen zusammen mit Sash und einem Navigationssystem in einem Taxi. Sie alle wollen ab nun zum Ostkreuz. Durch die vier Meinungen quadriert sich die Unwissenheit. Der Plan schlägt fehl. Ziel wird fallengelassen. Dennoch Feierlaune und 2,50 € Trinkgeld. Warum auch nicht? Anmerkungen, mit anderen Kunden könnte das schwierig werden, entgegengenommen. Zuversichtlich.
Sonntag, 7. dezember 2008
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Keine Sorge, ich werde hier nicht auch in Zukunft alles minutiös nacherzählen wie jetzt noch. Zu Beginn ist eben alles irgendwie spannend. Das Wochenende ist echt ein wenig hart, da ich davon nicht viel haben werde. Ich hab die letzte Schicht mal fast voll durchgezogen: 19.15 - 6.15 Uhr. Für Nicht-Arbeits-Gemüse wie den Sash echt noch viel. Bei allem Spaß, den die Sache macht: Das werde ich nicht 6 Tage die Woche machen, den meine komplette mir frei zur Verfügung stehende Zeit am Samstag ist damit auf ca. 3 Stunden (hab ausgiebig geschlafen) gesunken, und in der Zeit sollte ich mir noch was zu essen machen, einkaufen und duschen...
Wenn ich jetzt bedenke, dass ich eigentlich noch eine Beziehung führe... nee. Aber dieses Wochenende ist Sophie familiär feiern - da kann ich das ja ausnutzen. Ich bin gestern wesentlich mehr durch die Stadt gefahren als sonst, aber irgendwie waren die Touren nicht so überragend. Ich hatte bis 5 Uhr tatsächlich nur 84,50 € zusammen - was noch deutlich schlechter war als die Tage zuvor. Ausgerechnet bei einem Verzweiflungshalt an meiner zweiten Heimat, dem Ostbahnhof, hab ich dann noch eine 25€-Tour bekommen. Eine sehr angenehme im Übrigen. Damit war das Tageserrgebnis wenigstens ein bisschen gerettet - aber wirklich wochenendmäßig war es nicht im Geringsten. Naja, ich tröste mich mal damit, dass einige Leute echt froh waren, dass ich sie nach Hause gebracht habe.
Erwähnenswert wäre hier vor allem der Inder, der um halb zwei vor dem Hauptbahnhof (naja, der Zweitausgang) KEIN einziges Taxi stehen hatte und mich mit enormer Verzweiflung aus hundert Meter Entfernung herangewunken hat. Glücklich hab auch ich mich geschätzt, dass ich mit seinem Wunschziel "'Tel Böln Böln" etwas anfangen konnte. Das war das erste Mal, dass jemand kein Deutsch konnte, keine Adresse kannte, und ich ihn doch sicher ans Ziel bringen konnte *stolzbin*
Es ging übrigens ums "Hotel Berlin Berlin", das zwar eindrucksvolle Ausmaße hat, mir dennoch nur aus dem Katalog in Erinnerung war. Skurilitäten hatte ich in der Nacht genug, und es war eigentlich immer erfreulich. Wenn ich heute noch zwei Fahrten mehr bekomme, die etwas weiter gehen, dann will ich mal zufrieden sein.
Samstag, 6. dezember 2008
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So, zweite Schicht ist vorbei - und es ist schön zu sehen, dass sich hier bei den Comments was tut :)
Heute war nicht so viel los, bzw. ich war nicht so wirklich an der richtigen Stelle. Ich wollte ja eigentlich eher mal vom Ostbahnhof weg, aber irgendwie hat's mich dann doch immer wieder dahin gezogen. Letztlich waren es nur neun Touren und danach hatte ich das Gefühl, die Straßen sind leer. Da ich mich jetzt eh um 5 Uhr mit Ozie treffe, war Auto abstellen um 3.00 Uhr aber nur teilweise zu früh. Aber 9 Touren sind zu wenig - ganz eindeutig. Lag aber eben auch daran, dass ich erst spät los bin. Hab's irgendwie mal wieder vertrödelt!

Tour 1 war ne kurze Tour für exakt 10 € in die Neckarstr. nach Neukölln. 1 € Trinkgeld... ist ok gewesen. War'n netter Kerl.

Tour 2 hat mich dann nach Lichtenberg geführt - für den selben Preis, aber da ich offenbar bei Frauen besser ankomme, gab's hier gleich 2 € obendrauf ;)

Tour 3 war dann gleich die längste des Abends, und die hat mich direkt ins Herz von Kaulsdorf geführt. Waren 20 € - und 2 gabs wieder extra dazu. Marzahn war aber tot, und so bin ich doch wieder zurück.

Tour 4 hat mich zum dritten Mal die ganze Frankfurter gen Osten getragen, und unweit der eigenen Haustür gabs nochmal 18 + 1 €

Tour 5 war die erste nach 0 Uhr. Das hat man gleich gemerkt, denn ich hatte 4 besoffene junge Amis am Start, die zwar kaum Deutsch, dafür aber den Weg, die Adresse und gute Laune kannten. War stressfrei und gab zu den 12 € auch noch einen extra.

Tour 6 ging mit nem Klammen Bundi, der dringend ins Bett musste, nach Treptow. Selbst der hat sich noch einen Euro extra aus der Tasche geleiert. Faszinierend. Ergo: Das Budget der Bundeswehr kann gesenkt werden ;)

Tour 7 war die erste Tour zu einem Ortskunde-Katalog-Objekt: NH-Hotel Alexanderplatz. Die Kunden waren zwei Italiener, die so herzerweichend wenig Deutsch und Englisch konnten, dass es echt abenteuerlich war. Vielleicht sollte ich über den Wahlspruch der beiden mal nachdenken: No Italy, no Party! Naja, war ne 6 €-Tour ohne Trinkgeld. Die erste überhaupt!

Dann hab ich noch ein paar Jugendliche aufgegabelt, die ins Matrix wollten und mir partout nicht folgen konnten, als ich ihnen versucht habe zu erklären, dass die Fahrt mit Kurzstrecke tatsächlich nur 3,50 € kostet. Letzten Endes haben sie 5 springen lassen. Naja, für jeden 1,25 €, und es war scheußliches Wetter - da war ich mal echte BVG-Konkurrenz!

Die 9. Tour war dann ein echt netter Kerl, der vom Ostbahnhof nur mal kurz ins Watergate wollte - was damit das dritte Objekt aus dem Katalog in einer Nacht war - und damit ging diese auch zu Ende, weil ich noch das Auto einmal abspritzen wollte.

Zu guter letzt hat mich auch noch ein Kollege vom Auto-Stellplatz freundlicherweise nach Hause gefahren, was mir nicht nur eine Fahrkarte, sondern echt viel Zeit erspart hat. Sehr schön, sowas. Ich bin heute mit knapp unter 100 € Umsatz zwar meinen eigenen Erwartungen hinterhergehinkt, aber ich weiss nun schon ein paar Ecken mehr, wo ich mal vorbeischauen kann. Zudem kann ich heute dann echt mal ausschlafen und dann kommt ja auch schon die erste Wochenend-Schicht. Die wird dann sicher besser und da fahr ich dann auch mal durch - hab ich zumindest vor. Insgesamt war's aber ok, ich will mich nicht jetzt schon beschweren - zumal ich laut meinem Kollegen gar nicht den allerschlechtesten Schnitt habe - wenn auch bei weitem nicht den besten...

PS: Die Erdgas-Zapfsäule bei der Total am Ostbahnhof kann mich offenbar nicht leiden.
Freitag, 5. dezember 2008
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So, nun bin ich wohl Taxifahrer...
Ich hab meine Einweisung und meine erste Schicht hinter mir. Etwas mulmig war mir natürlich zumute, als ich gestern um 13.15 Uhr aus dem Haus gegangen bin. Einweisung! Alles lernen, was ich brauche. Auf einmal. Funk, Taxameter, Erdgas-Auto, der protokollarische Teil, Tipps und Tricks bei Kunden, Navi... ein bisschen viel auf einmal. Aber eigentlich ging es. Dazu hab ich noch meinen Kollegen kurz kennengelernt, der das Auto tagsüber fährt, so dass ich jetzt eigentlich bereit zu allen Schandtaten war. Oder so? Wenn ich ehrlich sein soll, dann saß ich gestern im Auto wie das Kanninchen vor der Schlange. Ich hatte das Glück, dass die ersten Kunden mich noch völlig unvorbereitet trafen, und ich so gar nicht erst die Chance hatte, wirklich eine halbe Stunde lang Panik zu schieben. Realistisch betrachtet war die erste Fahrt ein Desaster, weil ich noch nicht einmal das Navi richtig ablesen konnte. Bei den beiden Jungs würde ich mich ja gerne noch einmal entschuldigen - aber selbst die haben mir noch Trinkgeld gegeben. Fast schon rührend. Ich habe gestern eine echt kurze Schicht gemacht, hab aber mein selbst gestecktes Ziel erreicht - und heute kann es dann ein wenig weitergehen. Ich habe mich weitestgehend nur am Ostbahnhof rumgetrieben, was zumindest bis Mitternacht auch immer für eine schnelle Fahrt gereicht hat. Abschließend stand ich um 1 Uhr schon eine Dreiviertelstunde da - was für den Abend echt lang war - und hatte dann auch noch eine Fahrt bis nach Mahlsdorf, oder jwd, wenn man so will. Da habe ich dann beschlossen, frühzeitig Schluss zu machen, weil die Rückfahrt in die Stadt ewig gedauert hätte, ich sowieso in der Nähe der Heimat war, und zumindest mit Einweisung schon 12 Stunden unterwegs - was als direkter Sprung vom Arbeitslosenstatus schon gar nicht so unanstrengend ist. Vor allem aber habe ich heute bereits Mittags einen Termin wegen dieser Fördergelder, sodass ich auch nicht ausschlafen hätte können, wenn ich erst um 5 Uhr heimgekommen wäre - und dann wäre die heutige Schicht kürzer ausgefallen. Schenkt sich auch nicht wirklich was!
Was ich aber eigentlich schreiben wollte: Ich bin zwar ein bisschen überrascht, wie "billig" Taxen in Berlin sind, sprich: wie weit man mit "wenig" Geld kommt, aber meine Erwartungen haben sich eigentlich echt gut erfüllt. Und nicht nur finanziell! Die Fahrgäste waren ausnahmslos nett und - das muss ich derzeit leider auch noch strapazieren - hilfsbereit. Aber ich denke, das war ich auch :)
Ich komme jetzt also nach einer Nacht zum Fazit: Ich mag den Job! Und zwar wahnsinnig! Das eingenommene Geld war zwar noch unterhalb von dem, was ich erreichen wollte - aber überhalb von dem, was ich mir in der ersten - zumal abgekürzten - Schicht erhofft hatte. Und ich hätte doppelt so lange und wahrscheinlich auch doppelt so effizient arbeiten können. Ich bin gespannt, ob die nächsten Tage auch so laufen werden, oder ob es nicht sogar besser wird.
Donnerstag, 4. dezember 2008
- veröffentlicht in: Taxi - Schönes
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