Ist die Sonntagsschicht runtergegangen wie Butter, so hatte ich gestern das Gefühl, irgendjemand hätte Berlin kurzerhand
geklaut und über Nacht durch ein brandenburgisches Dorf ersetzt. Oder zumindest die Bevölkerung. Ich bin immer an der falschen Stelle gestanden, und kann eigentlich einen Rekord vermelden, denn
weniger als 46,50 € habe ich in 8 Stunden noch nie eingefahren...
Auch wenn man es nicht sollte: Ich habe das dann doch mal in einen Stundenlohn umrechnen müssen, und so komme ich auf - sitzt ihr alle gut? - 2,62 € brutto / Std. Wenn ich das vorher gewusst
hätte, dann wäre ich wahrscheinlich zu Hause geblieben und hätte mir einen vergnüglichen Abend gemacht... Aber es kann ja nicht immer perfekt laufen - das sehe ich ja sogar ein. Ich glaube, ich
könnte ein, zwei gedrückte Daumen für die heutige Schicht brauchen :)
Dienstag, 3. februar 2009
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Heute hatte ich wieder so einen Spezialisten im Auto...
Gleich vorneweg: Zu mir war er freundlich, hat sich nicht angestellt und auch akzeptiert, dass man nach anderthalb Monaten nicht jede Straße kennen kann.
Was aber echt Beachtung verdient, ist der Anfang gewesen - mal abgesehen davon, dass er so oder so ein Unsympath erster Güte war:
Ich stehe so dämlich am Ostbahnhof rum und denke mir nichts Böses. Ich bin das ca. 15. Taxi in der Reihe, stehe also mehr oder minder gegenüber den Eingängen. Als ich dort hinübersehe, starrt
mich ein Typ an und fuchtelt wie wild mit den Armen, gleichzeitig hat er einen Gesichtsausdruck aufgesetzt, der etwa bedeuten sollte: "Kannst du blödes Arschloch mich vielleicht mal zur Kenntnis
nehmen!!!???"
Obgleich mir klar war, dass ich zu nichts verpflichtet bin, bin ich ausgestiegen und habe gefragt, ob er etwa ein Taxi bräuchte. Er hat mich mehr oder minder angefaucht: "Na klar!!!" Meine
Gedanken sahen an diesem Punkt etwa wie folgt aus: "Du stellst dich also am Ostbahnhof an eine Bushaltestelle und guckst grimmig und hoffst, dass du damit ein Taxi bekommst? Zwanzig Meter links
von dir steht das erste Taxi am Stand, und direkt gegenüber stehen einige, die ihre Wartezeit wie ich mit Lesen verbringen. Und du glaubst ernsthaft, dass das Beharren auf einem grimmigen Blick
irgendwas ist, was dich an diesem Abend - oder die Menschheit in der Evolution - weiterbringt?"
Seine Koffer wollte er sich auch nicht tragen lassen, weil ihm die Plattenspieler darin zu wertvoll waren. Na gut, ich will mich ja nicht darum schlagen!
Die Tour ging dann nur kurz nach Friedrichshain rein, allerdings war die Strecke lang genug, dass er mir erzählen konnte, er könne da wo ich wohne nicht wohnen, weil ihm da "zuviel Pack" lebe.
Ich glaube, ich muss an dieser Stelle meine Meinung über die Bewohner Friedrichhains auch noch mal überdenken...
Ganz im Ernst: Lieber kleinlaute Nazis als von sich überzeugte Vollspacken von dieser Sorte! Widerlich!
Naja, er hat mir letztlich 70 Cent Trinkgeld gegeben, wovon ich mir einen Kaffee kaufen könne, "obwohl, für nen Kaffee reicht's nicht ganz!" - wie er dann selbst treffend bemerkte.
Ich hätte ihm die Kohle zurückgeben sollen, aber der Gedanke kam mir zu spät...
Dienstag, 20. januar 2009
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veröffentlicht in: Taxi - Nicht so Schönes
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Viele weisen einen bei diesem Job ja auch immer wieder darauf hin, dass es auch unangenehm sein kann, so nah an den
Kunden dran zu sein. Ein solchen Beispiel hatte ich heute definitiv. Als Taxifahrer habe ich es geschafft, eine junge Frau ausgerechnet in den ersten, besonders unschönen Minuten einer Trennung
fragen zu müssen, wo ich genau hinfahren soll. Also genau die Zeitspanne zwischen den letzten "Hurensohn"-Rufen bis mitten in den ersten Weinkrampf, der wahrscheinlich noch immer anhält.
Memo an mich: Taschentücher erst anbieten, nachdem man sie gefunden hat, sonst schlechtes Gewissen überpräsent!
Samstag, 27. dezember 2008
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veröffentlicht in: Taxi - Nicht so Schönes
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Hier noch als Nachtrag eine Geschichte von Samstag, die die meisten Kollegen belustigt hat:
Ich bin am Hinterausgang des Ostbahnhofs entlanggegurkt, weil die Polizei den Haupteingang und die Halle dicht gemacht
hat - die Festnahme von dem Bombenspinner aus Rudow. Stehen da ein paar Typen auf der Straße und brüllen wie blöd. Unsympathisch waren sie mir von Beginn an, aber an dieser Stelle habe ich mich
nicht nur an meine Beförderungspflicht erinnert, sondern auch festgestellt, dass ich - wenn ich wegfahre - auf dem Rückweg eh wieder an den Typen vorbei gemusst hätte. Also hab ich gute Miene zum
bösen Spiel gemacht und die Leutz einsteigen lassen. Der Lautstärkepegel in meinem Auto stieg spontan von vielleicht 40 auf 130 Dezibel, zudem auf unangenehme Art und Weise, da die meisten der
gebrüllten Worte Abkömmlinge der Vulgärsprache stellten, mit denen sich meine Fahrgäste offenbar bevorzugt anzureden pflegten. Mich hat das insofern nicht gestört, als zwischen all den
"ARSCHLOCH!!!", "WICHSER!!!" und "DU MONGO!!!" durchschimmerte, dass sie zum einen nur Kurzstrecke fahren wollten, zum anderen meiner Wenigkeit gegenüber keineswegs feindlich gesinnt waren,
sondern die gruppendynamische Diskussion eher privater Natur war.
Das kam mir sogar zugute, weil einer der vier sich offenbar unbemerkt von mir eine Zigarette anzünden wollte - was
natürlich nicht erlaubt ist - er dafür aber sofort Schelte von seinen Kollegen kassierte. Nach etwa hundertfünfzig Metern Fahrtweg und ebensovielen gefühlten Beleidigungen bat der eine schon
darum, aussteigen zu können, er würde lieber laufen. Die anderen dementierten, und da hab ich dann kurz klargestellt:
"Jungs, ich mach ja gern, was ihr wollt, aber: EINIGT EUCH!"
Daraufhin haben sie sich zwar nicht ernstlich eingekriegt, aber es war klar, dass sie alle bis Ende der Fahrt an Bord
bleiben wollen. Das Ziel war übrigens das "Spindler und Klatt", ein Schuppen, der mir zwar nicht gerade sympathisch ist, dem ich diese Art Gäste dann allerdings auch nicht gönne. Nach vielleicht
4 Minuten Fahrt kamen wir an, und dann folgte der letzte kuriose Akt: Die Bezahlung. Nicht, dass sie nicht zahlen wollten! Aber wer jetzt wieviel zahlt...
Sie haben mir dann 4 € gegeben, also immerhin 50 Cent Trinkgeld. Hat mir gereicht, ich war froh, die Knaben aus dem Auto
zu haben. jetzt hatte aber einer von denen die - an sich großartige - Idee, mir noch einen Euro Trinkgeld zu geben. Er hatte nur keinen! Also hat er den nächstbesten aus der Runde gefragt, der
allerdings nicht so angetan war von der Idee...
Um es kurz zu machen: Am Ende hätten die sich beinahe vor dem Club geprügelt wegen der Frage, ob ich noch einen Euro
Trinkgeld bekomme. Ich habe ihn nicht bekommen, aber das war mir sowas von egal, das glaubt ihr gar nicht...
Dienstag, 9. dezember 2008
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veröffentlicht in: Taxi - Nicht so Schönes
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