Bei Taxifahrern ist es wahrscheinlich wie bei anderen Berufsgruppen auch: Es gibt einen gewissen Zusammenhalt in der
"Szene", man duzt sich untereinander, und man ist um Rat und Tat nicht verlegen, wenn es darum geht, einem Kollegen zu helfen. Man sitzt im gleichen Boot. Ich finde diese Einstellung
grundsätzlich gut - mir als Neuling bringt sie natürlich viele Vorteile, wie Tipps und Ratschläge - aber es läge mir auch fern, eine bedingungslose Solidarität zu beschwören. Denn schließlich
gibt es auch unter den Fahrern solche und solche.
In den Richtlinien meiner Funkgesellschaft steht beispielsweise, man solle andere Fahrer freundschaftlich als Kollegen, und nicht als lästige Konkurrenten begreifen. So ausgedrückt kann ich das
unterschreiben, und wenngleich ich manchmal angepisst davon war, dass nur eine rote Ampel verhindert hat, dass ich statt meines Kollegen nun eine Tour hatte, so habe ich diese Einstellung auch.
Ich bin nicht neidisch auf meine Kollegen, wenn sie Glück haben, denn ich hoffe, dass sie es auch nicht sind, wenn es mal umgekehrt ist.
Aber genug des pathetischen Geschwurbels! Ich wollte eigentlich etwas konkretes berichten, über das ich mich wahnsinnig aufgeregt habe. Gestern hat mir der Kollege S. beim Warten erzählt, dass
ein Kollege ihn gefragt habe, ob er ihm mal einen Zehner in zwei Fünfer wechseln kann. Ja, das liebe Wechselgeld...
Und? Was ist passiert? Mein Kollege hat sich einen falschen Schein andrehen lassen. Dass es dieser war, weiss er auch nur deswegen, weil die Fälschung echt mies ist, und er zudem mit Fahrgästen -
eigentlich logisch - nur bei Licht die finanziellen Fragen klärt. Und ein kritischer Beobachter ist. Aber er hat halt nicht dran gedacht, weil es nur ein Kollege war...
Natürlich kann das theoretisch ein Zufall gewesen sein - aber schon ein großer! Insofern gehe ich in diesem Fall von Absicht aus - und das finde ich widerlich! Richtig widerlich!
Naja, und wie es natürlich so ist: Mein Kollege kannte den anderen nicht (bei 7000 Taxen in Berlin kein Wunder), es war ein Mercedes, aber die Nummer?
Naja, werde ich bei solchen Anfragen also auch die Augen offen halten... Mistrauen! Überwachung! Panik! Ist echt ätzend, sowas!
Montag, 26. januar 2009
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Und für sowas geht mein Ruf flöten!
Erzählt mir am Ostbahnhof mein Kollege T. gestern von einem Kunden, den er von dort bis fast nach Reinickendorf mitgenommen hat. Der hat ihn gefragt, wie viel die Fahrt kosten würde, und mein
Kollege hat - ähnlich wie ich es tun würde - gesagt, er weiss es nicht genau, aber 25 € sollte er auf jeden Fall einplanen. Der Fahrgast hat ihm dann erzählt, dass der letzte Fahrer ohne Uhr
gefahren ist - für 75 €.
Ich finde es wirklich erbärmlich, dass der Fahrer es ernstlich für nötig erachtet hat, bei so einer an sich schon großartigen Tour (Erinnerung: Der Durchschnitt liegt bei 10,70 €) derart
bescheissen zu müssen.
Ich kann echt (schon alleine um mir Stress zu ersparen) nur immer wieder wiederholen: Fragt besser erst gar nicht nach Festpreisen. Als unbedarfter Fahrgast vertut man sich da sowieso - fast alle
meine Kunden sind am Ende überrascht, wie "wenig" eine Fahrt nach Taxameter kostet. Und freiwillig wird eh kaum ein Fahrer einen Festpreis unter dem Tarif anbieten. Also: Was bringt es? Mal ganz
abgesehen davon, dass wir keine Festpreise machen DÜRFEN!
Donnerstag, 22. januar 2009
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Heute hab ich über etwa 3 Ecken erfahren, dass ein Bekannter, ein immer gern gesehener Partygast, ein netter Mensch und
spontaner Auswanderer inzwischen auch Taxi fährt: In Rio!
Deswegen gehen zu dieser späten Stunde kollegiale Grüße ans fast entgegengesetzte Ende der Welt, an Deniz aus Heidenheim: Allzeit gute Fahrt und gute Kasse!
Dienstag, 6. januar 2009
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Ich fahre gerade eigentlich gar nicht nach Funk. Ist mir ehrlich gesagt noch zu hektisch - und ich bin doch so ein
gemütliches Kerlchen ;)
Kollege S. erzählte mir gestern vom verschärftesten, was er mal beim Funk mitbekommen hat:
"Taxe XXXX, Zentrale?
"Höre"
"Zentrale, wo geht Unter den Linden ab?"
Die Antwort der Zentrale lautete wohl sinngemäß, er solle seinem Chef Bescheid sagen, dass er sich am nächsten Morgen bei der Funkzentrale melden soll...
Für alle, die das jetzt als Außenstehende nicht ganz nachvollziehen können: Unter den Linden ist die wahrscheinlich bekannteste Straße ganz Berlins. Sie beginnt am Pariser Platz, sprich: am
Brandenburger Tor (ist die Fortführung der Str. des 17. Juni) und führt zum Schloßplatz, ergo ehemals zum Palast der Republik, bald dann zum Stadtschloss. Zwischendrin kreuzt sie die
Friedrichstr. die sicher auch republikweit bekannt ist. An der Straße selbst liegen unter anderem die Staatsoper, Bertelsmann, die Humboldt-Uni, die russische Botschaft und das ZDF. Was ich sagen
will: Wer Unter den Linden nicht kennt, hat keinen P-Schein. Basta!
Sonntag, 21. dezember 2008
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Erzählt mir mein Kollege O. vorhin am Taxistand, dass er kürzlich einen Kühlschrank transportieren durfte. Nachts um ein
Uhr! Als Taxifahrer bin ich natürlich dankbar, dass es sowas gibt, aber manchmal frage ich mich schon, wie manche Menschen ihren Umzug planen...
Mittwoch, 17. dezember 2008
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